Tötungsdelikt Frick AG - Schwester und Bruder werden am gleichen Tag beerdigt
Publiziert

Tötungsdelikt Frick AGSchwester und Bruder werden am gleichen Tag beerdigt

In den Todesanzeigen richtet sich die Familie mit persönlichen Worten an Freunde und Verwandte der verstorbenen Geschwister. Die beiden werden nach dem mutmasslichen Gewaltakt zusammen in einer Zeremonie verabschiedet.

von
Jeanne Dutoit
1 / 5
Die 26-jährige A*  und ihr 25-jähriger Bruder M.* starben am 14. September in der Wohnung ihrer Familie  in Frick. 

Die 26-jährige A* und ihr 25-jähriger Bruder M.* starben am 14. September in der Wohnung ihrer Familie in Frick.

privat
Die Geschwister wurden von ihren Eltern aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie eines gewaltsamen Todes gestorben sind.

Die Geschwister wurden von ihren Eltern aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie eines gewaltsamen Todes gestorben sind.

Privat
Gestützt auf die bisherigen Ermittlungen gehe man davon aus, dass die 26-jährige Frau ihren 25-jährigen Bruder tödlich verletzte und sich danach selber das Leben nahm. 

Gestützt auf die bisherigen Ermittlungen gehe man davon aus, dass die 26-jährige Frau ihren 25-jährigen Bruder tödlich verletzte und sich danach selber das Leben nahm.

20 Minuten

Darum gehts

  • Am 14. September wurden in einer Wohnung in der Aargauer Gemeinde Frick zwei tote Personen gefunden.

  • Bei den beiden handelt es sich um Geschwister.

  • Gemäss den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft tötete die 26-Jährige erst ihren 25-jährigen Bruder, danach sich selber.

  • Wie der Todesanzeige der beiden zu entnehmen ist, werden Schwester und Bruder am gleichen Tag beerdigt.

  • Ein Vertrauter der Schwester sagt, sie habe unter psychischen Problemen gelitten.

Am 14. September wurde in Frick AG ein totes Geschwisterpaar aufgefunden. Laut der Aargauer Staatsanwaltschaft handelt es sich um ein Tötungsdelikt. Gemäss den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft tötete die 26-jährige Frau A.* erst ihren 25-jährigen Bruder M.* und danach sich selber. Vor Ort konnte ein Messer sichergestellt werden, bei dem es sich mutmasslich um die Tatwaffe handelt. Die beiden wurden von ihren Eltern in der gemeinsamen Wohnung gefunden.

Die Verstorbenen werden am gleichen Tag, Ende September, beigesetzt, wie der Todesanzeige der Geschwister zu entnehmen ist. Auch der von der Familie verfasste Text, ist auf beiden Anzeigen derselbe: «Tieftraurig müssen wir uns verabschieden von unseren geliebten Engeln», schreiben die Verwandten. Und: «Monster sind real und Geister sind es auch. Sie leben in uns und gewinnen manchmal.» Das Zitat stammt aus einem Roman von Steven King.

Lehrer erinnern sich an «liebevolle Schülerin»

Einer der Hauptfiguren in dem Thriller leidet unter Wahnvorstellungen. Ein Bekannter der verstorbenen A. sagt gegenüber 20 Minuten, dass auch die 26-Jährige unter psychischen Problemen gelitten habe. Schmerz, Ängste und Qualen hätten das Leben der jungen Frau geprägt, so der Vertraute.

A. sei eine «aussergewöhnliche Persönlichkeit» gewesen, die mit «unendlicher Liebe» durchs Leben gegangen sei, sagt der Vertraute der Frau zu 20 Minuten. Ehemalige Lehrerinnen und Lehrer der Frau beschreiben sie ebenfalls als lebensfrohe und äusserst freundliche und liebevolle Schülerin, die sich stark für die Klasse einsetzte. «Sie verstand sich mit den meisten sehr gut und hatte ebenso ein gutes Verhältnis zu den Lehrpersonen», heisst es aus dem Kollegium. Sie habe sich nie davor gescheut Verantwortung zu übernehmen. «Wir alle schätzten sie und ihren Bruder sehr», so die Lehrer ihrer damaligen Schule.
*Name der Redaktion bekannt

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Depression?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Deine Meinung