Aktualisiert 11.06.2008 13:19

GENITALVERSTÜMMELUNGSchwester zur Beschneidung nach Somalia geschickt

Im Kanton Freiburg ist die Halbschwester eines Opfers wegen Genitalverstümmelung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden – wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht.

Die Halbschwester des Opfers wurde für schuldig befunden, die Fürsorge- oder Erziehungspflicht verletzt zu haben. Die Genitalverstümmelung beim 13-jährigen Opfer war in Somalia vorgenommen worden, wo das Mädchen herkommt, wie die Freiburger Untersuchungsrichterin Yvonne Gendre am Mittwoch vor den Medien sagte. Weil in Somalia Genitalverstümmelung nicht strafbar sei, habe die Halbschwester nicht wegen schwerer Körperverletzung verurteilt werden können.

Das Opfer war im Alter von drei Jahren in die Schweiz gekommen. Bis 2001 lebte es bei seiner Halbschwester, die vorgab, die Mutter zu sein. Die Halbschwester versuchte, das Mädchen nach strengen Regeln aus dem Herkunftsland zu erziehen.

Weil ihr dies nicht gelang, schickte sie es zurück zu seiner richtigen Mutter nach Somalia, einer Nomadin. Dort wurde die Genitalverstümmelung durchgeführt - laut der Untersuchungsrichterin unter mangelhaften hygienischen Bedingungen und unter einem Baum. (sda)

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