Finanzkrise: Schwierige Zeiten für Fondsanleger
Aktualisiert

FinanzkriseSchwierige Zeiten für Fondsanleger

Einige Anlagefonds mussten in den letzten Monaten schliessen. Das Nachsehen haben die Anleger.

von
Jeannette Schläpfer

Die Fondsindustrie leidet unter der Finanzkrise. Betrug das Volumen auf dem schweizerischen Fondsmarkt im Dezember 2007 noch über 600 Milliarden Franken, so schrumpfte es bis Dezember 2008 um rund einen Viertel auf gut 450 Milliarden Franken.

Die Mittelabflüsse aus Anlagefonds bekamen auch die Anleger zu spüren: Seit dem vergangenen Herbst haben etliche Banken Anlagefonds geschlossen, da das Vermögen darin zu klein geworden war.

«Fällt das Fondsvermögen auf unter 20 Millionen Franken, brauchen die Kosten für den Unterhalt des Fonds den Gewinn auf», erklärt Mat­thias Weber von der Fondsresearch-Firma Ifund Services.

Doch nicht nur die Grösse eines Fonds kann den Ausschlag geben, ihn zu schlies­sen. Auch die Gewinnentwicklung spielt eine Rolle. Hat ein Fondsmanager mit einem Fonds früher schon einmal eine gewisse Performance erzielt, erhält er erst wieder eine Performance­gebühr, wenn er dieses Niveau übertrifft. «Da ist es einfacher, einen Fonds zu schliessen und einen neuen zu eröffnen», so Weber.

Geschlossen werden Fonds auch dann, wenn die Qualität der Anlageprodukte, in die sie investiert sind, nicht mehr stimmt. «Werden Anlagen illiquide, ist der Fondsmanager finanziell blockiert», ergänzt Weber.

Das kam vor allem bei Immobilienfonds, Absolute Return Funds und DachHedge-Fonds vor. Das Nachsehen hat dann der Anleger, dessen Anteile an einem geschlossenen Fonds illiquide sind.

Was tun, wenn Fonds schliessen?

■  Anleger müssen sich informieren, ob ein Fonds, in den sie investiert sind, schliesst.

■  Fondsgesellschaften, die Fonds schliessen, die in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen sind, müssen darüber in den Schweizer Medien informieren.

■  Anleger sollten dann den Kundenberater ihrer Bank kontaktieren.Durch die Schliessung eines Fonds wird ein Teil des Kundendepots blockiert.

■  Um liquide zu bleiben, muss das Anlageportfolio eventuell umgeschichtet werden.

■  Gegen einen Abschlag kauft die Bank dem Anleger unter Umständen einen Teil der Fondsanteile ab oder

■  Der Anleger versucht, seine Fondsanteile via Zweitmarkt an der Fondsbörse Deutschland (www.fondsboerse.de/index2.html) zu verkaufen.

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