Killerdroge im Visier: Schwieriger Kampf gegen «Krokodil»
Aktualisiert

Killerdroge im VisierSchwieriger Kampf gegen «Krokodil»

In Deutschland herrscht nach den ersten aufgedeckten «Krokodil»-Fällen Aufruhr. Die Killerdroge gerät mehr und mehr in den Fokus der Polizei. Der Kampf wird aber alles andere als einfach.

von
aeg
Die Killerdroge «Krokodil» ist in Russland bereits einschlägig bekannt.

Die Killerdroge «Krokodil» ist in Russland bereits einschlägig bekannt.

Die Schreckensmeldungen über die neue Killerdroge aus Russland, genannt «Krokodil», haben in ganz Europa für Aufruhr gesorgt. Besonders in Deutschland, das laut den Meldungen dieser Woche bereits Fälle registriert hat, will man das Vordringen der Droge mit allen Mitteln verhindern.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat deshalb im Zusammenhang mit der Droge «Krokodil» intensivere Ermittlungen gefordert. Derzeit sei über die Vertriebswege noch sehr wenig bekannt, sagte Wendt der Nachrichtenagentur dapd. Es müsse geklärt werden, ob die Droge zielgerichtet nach Deutschland eingeführt worden sei und verbreitet werden sollte oder ob es sich «um einen einmaligen Fall» handle. Auch die Bochumer Polizei hat bisher keine neuen Erkenntnisse über die Herkunft der gefährlichen Droge «Krokodil».

Wendt sagt dies nicht ohne Grund. Der Konsum von «Krok» macht nicht nur sehr schnell süchtig, sondern habe schwere Weichteilschädigungen als Folge. Im weiteren Verlauf sterben die Organe ab. Drogensüchtigen dient das bisher vor allem in Russland verwendete «Krok» als Heroinersatz. Die chemische Substanz dahinter ist das Opiat Desomorphin.

Bisher keine Hinweise auf «Krok» in Bochum

Vier Drogenkonsumenten hatten sich am vorherigen Wochenende in Bochum mit Symptomen gemeldet, die auf einen «Krok»-Konsum schliessen liessen. Die Ermittler bezweifeln aber die Aussagen der vier Betroffenen, die Drogen am Bahnhof gekauft zu haben, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dapd sagte. Dabei könne es sich um Schutzbehauptungen handeln, um die wahre Quelle nicht preiszugeben. Es sei auch möglich, dass die Betroffenen die Droge selbst gemixt hätten. Neue Fälle seien bisher nicht bekannt. Tests auf «Krok» bei sichergestellten Drogen seien negativ verlaufen.

Derweil steigt der Konsum der chemischen Droge Crystal Meth laut einem Zeitungsbericht in Deutschland stark an. Die Zahl der erstauffälligen Konsumenten, die in der Falldatei Rauschgift von der Polizei erfasst wurden, sei 2010 um 76 Prozent gestiegen, meldete die «Frankfurter Allgemeine SonntagsZeitung». Dagegen wurden bei Heroin und Kokain Rückgänge um je elf Prozent verzeichnet.

Die deutsche Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans sagte der Zeitung, insbesondere in Thüringen, Sachsen und Bayern werde «das billige Gemisch aus Ephedrin und anderen chemischen Substanzen konsumiert». (aeg/dapd)

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