Aktualisiert 26.03.2020 11:08

Nach Olympia-Verschiebung

Schwimm-Ikone Phelps fürchtet fatale Folgen

Überschwimmer Michael Phelps hatte selber mit psychischen Problemen zu kämpfen. Nach der Olympia-Verschiebung befürchtet er Ähnliches bei anderen Sportlern.

von
hua
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Alle Olympiasiege von Michael PhelpsAthen 2004, 100 Meter Delfin

Alle Olympiasiege von Michael PhelpsAthen 2004, 100 Meter Delfin

Keystone/Patrick B. Kraemer
Athen 2004, 200 Meter Delfin

Athen 2004, 200 Meter Delfin

Keystone/Patrick B. Kraemer
Athen 2004, 4x200 Meter Freistil

Athen 2004, 4x200 Meter Freistil

Keystone/AP/Mark J. Terrill

Der US-Amerikaner Michael Phelps ist der erfolgreichste Olympionike der Sport-Geschichte. Der Ex-Schwimmer eroberte in seiner Karriere nicht weniger als 23 Goldmedaillen. Auch 26 WM-Titel stehen auf seiner Visitenkarte.

Doch all die Erfolge schützen nicht vor gesundheitlichen Problemen. Phelps leidet seit Jahren an Depressionen. Er hat einen Weg gefunden, damit zu leben. «Das ist nichts, was verschwinden wird», sagt er. «Aber ich habe gelernt, dass mich meine Depressionen und Ängste zu dem machen, was ich bin.»

Phelps fürchtet jedoch, dass andere Sportler mental nicht so stabil sind. Die Verschiebung der Olympischen Spiele sei für viele Athleten nur schwer zu verkraften. In einem NBC-Interview spricht er das Thema Selbstmord an. Er habe die Sorge, dass die Suizidrate unter den Aktiven zunehmen könnte.

«Es bricht mir das Herz»

Diese Verschiebung sei unbekanntes Terrain, das habe man noch nie gesehen. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, «aber es bricht mir das Herz für die Athleten», sagt Phelps.

Und weiter sagt der 34-Jährige: «Dein ganzes Leben ist auf diesen Moment ausgerichtet – und dann diese enorme Wendung. Wäre mir das passiert, wäre ich angesichts der Unsicherheit ausgeflippt. Als jemand, der einige wirklich tiefe Phasen der Depression durchgemacht hat und immer noch damit zu tun hat, hoffe und bete ich, dass jeder dieser Sportler in dieser Situation psychische Hilfe bekommt.»

Der 1,93 Meter grosse Ex-Athlet fordert das Olympische Komitee IOK deshalb auf, den Athleten zu helfen. «Sie müssen es jetzt tun. Denn jetzt ist der kritischste Moment für die Sportler.»

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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