Aleppo, Syrien: Schwimmen im Bombenkrater

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Aleppo, SyrienSchwimmen im Bombenkrater

Aleppo, einst grösste Stadt Syriens, ist umkämpft und eingekesselt. Auch der Badespass der Kinder steht ganz im Zeichen des Krieges.

von
gux
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Ein Sommertag in Aleppo: Schwimmen im Krater der Bombe.

Ein Sommertag in Aleppo: Schwimmen im Krater der Bombe.

AMC/AP
Der Badespass der Kinder steht ganz im Zeichen des Krieges.

Der Badespass der Kinder steht ganz im Zeichen des Krieges.

AMC
Unbeschwertheit ist diesen Kindern fremd, denn ...

Unbeschwertheit ist diesen Kindern fremd, denn ...

AMC

Die Kinder von Aleppo versuchen, den Krieg in ihrer zerstörten Stadt auszublenden: Bei Temperaturen von weit über 30 Grad funktionierten sie einen Bombenkrater zu einem Schwimmloch um. Die Anti-Regierungsplattform Aleppo AMC hat Bilder der planschenden Kids veröffentlicht und dazu auf Facebook geschrieben: «Was auch immer Assad in Aleppo anrichtet, das Leben geht weiter.»

Bitter-süss auch ein Video vom Juni dieses Jahres, das ebenfalls in Aleppo aufgenommen wurde: Kinder springen in mit Wasser gefüllte Container und versuchen so, den Sommer zu «geniessen».

(Video: Youtube/Qasion News Agency EN)

Was sich in Aleppo Tag für Tag zuträgt, übersteigt jede Vorstellungskraft. Die Millionenstadt, die seit vier Jahren zwischen den Regierungstruppen im Westen und den islamistischen Rebellen im Osten geteilt ist, ist durch die syrischen und russischen Luftangriffe weitgehend zerstört.

Hilfsgüter blockiert

In den Vierteln unter Kontrolle der Rebellen leben rund 250'000 Menschen, in den von der Regierung gehaltenen Stadtteilen sind es etwa 1,2 Millionen. Diese Menschen sind von der Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Strom und Medikamenten weitgehend abgeschnitten. Stattdessen werden sie fast täglich mit den international geächteten Streubomben bombardiert und sollen auch Napalm- und Chlorgas-Attacken ausgesetzt sein.

Die von Moskau und Syriens Machthaber Bashar al-Assad in Aussicht gestellte Waffenruhe für die Dauer von 48 Stunden pro Woche lässt auf sich warten, und die Ermahnungen von UNO-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien, es drohe eine humanitäre Katastrophe, muten zunehmend hilflos an. Dabei wären die UNO nach eigenen Angaben sofort in der Lage, Hilfsgüter vor allem in den belagerten Ostteil der Stadt zu liefern. 50 Lastwagen mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten stünden bereit.

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