Powerships: Schwimmende Kraftwerke gegen Stromausfälle
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PowershipsSchwimmende Kraftwerke gegen Stromausfälle

Beiruts Stromversorgung ist notorisch instabil. Ein türkisches Spezialschiff schafft nun vom Hafen aus Abhilfe: Es hat ein vollausgerüstetes Kraftwerk an Bord und schickt Strom an Land.

von
kri

Wo es keine verlässliche Stromversorgung gibt, behelfen sich die Menschen häufig mit Generatoren. Auch die «Fatmagül Sultan» ist im Grunde nichts anderes, allerdings in wesentlich grösserem Massstab: Das türkische Schiff führt ein vollwertiges thermisches Kraftwerk an Bord. Es kann in einem beliebigen Hafen ankern, an das lokalen Stromnetz angeschlossen werden und Strom produzieren.

Seit Anfang April tut die «Fatmagül Sultan» genau dies an der Küste vor Beirut. Das 135 Meter lange und 42 Meter breite «Powership» verbrennt schweres Öl und erzeugt so 188 Megawatt zuverlässiger Bandenergie. Die libanesische Hauptstadt leidet unter häufigen Stromausfällen und gewinnt auf diesem Weg täglich zwei Stunden Strom dazu. Im Juni wird ein zweites schwimmendes Kraftwerk andocken und weitere 82 Megawatt ins Netz einspeisen.

Keine langfristige Lösung

«Die Stromschiffe sind keine langfristige Lösung für unsere Versorgungsprobleme, aber eine kurzfristige Lösung für drei Jahre erlaubt uns, zwei bestehende Kraftwerke auszubauen», sagte der libanesische Energieminister Gebran Bassil anlässlich der Einweihung. Der Libanon zahlt für diese drei Jahre eine Gebühr von 370 Millionen Dollar an den türkischen Energiekonzern Karadeniz, Eigentümer und Betreiber der «Fatmagül Sultan».

Karadeniz verfügt über eine Flotte von sieben Powerships, die im Irak und früher in Pakistan eingesetzt wurden. Auch Libyen und andere afrikanische Länder mit Versorgungsproblemen stehen auf der Liste möglicher Kunden. Der Konzern baut bereits an fünf weiteren Schiffen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie können in relativ kurzer Zeit gebaut werden, brauchen kein Land und können flexibel an verschiedenen Orten eingesetzt werden.

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