Aktualisiert 30.06.2009 20:15

«Baden verboten»Schwimmer: Horror der Schiffskapitäne

«Baden verboten»: Trotz solcher Hinweise springen Badende von Schiffsanlegern und Brücken – und bringen sich so in Lebensgefahr.

von
Nina Jecker

Immer wieder ignorieren Badende das Gesetz und springen von Schiffländen ins kühle Nass. «Sie riskieren damit ihr Leben», warnt Michel Scheurer, Chefkapitän auf dem Bielersee. «Die Kapitäne können Schwimmer nur schlecht sehen. Zudem hat ein Kursschiff einen Bremsweg von über hundert Metern und kann kaum ausweichen. Vor allem bei schönem Wetter wird es täglich brenzlig – es ist der Horror», so Scheurer.

Auch im Thunersee bringen sich Badende in Gefahr. «Am häufigsten werden wir zum Kanal beim Schloss Schadau gerufen. Fehlbaren droht dann eine Busse», sagt Seepolizist Marcel Meister. Besonders beliebt sei das sprudelnde Wasser hinter wegfahrenden Schiffen. «Die Wirbel können Schwimmer aber an einen Pfosten drücken und verletzen», so BLS-Werftleiter Stefan Wiedmer. «Gerät jemand gar in eine Schiffsschraube, endet es schrecklich», weiss Scheurer.

Bei Flüssen dienen trotz Verbot immer wieder Brücken als Sprungbrett. «Es kam schon vor, dass sich Springer verschätzten und sechs Meter tiefer auf ein Schiffsdeck prallen», so Kapitän Scheurer. Ein Jugendlicher habe sich so beide Beine zertrümmert.

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