Badekappen für Afrohaare an Olympischen Spielen nicht erlaubt – Verband prüft Verbot
Alice Dearing ist die erste schwarze Schwimmerin, die für Grossbritannien an den Olympischen Spielen antritt.

Alice Dearing ist die erste schwarze Schwimmerin, die für Grossbritannien an den Olympischen Spielen antritt.

Instagram/Soulcapofficial
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«Braucht es nicht»Schwimmkappen für Afros sind an der Olympiade verboten

Profi-Schwimmerin Alice Dearing hat eine Schwimmkappe für Menschen mit Afro entworfen – die an Olympia nicht erlaubt ist. Nach Kritik im Netz rudert der Verband jetzt zurück.

von
Geraldine Bidermann

Die Badekappe gehört zum notwendigen Accessoire jeder Wettkampfschwimmerin. Durch die Kappe wird der Wasserwiderstand reduziert und die Haare aus dem Gesicht gehalten. Zusammen mit dem Brand Soul Cap hat die Schwimmerin Alice Dearing eine Schwimmkappe entwickelt, die sich speziell für dichtes, voluminöses Afro-Haar eignet sowie für Braids, Dreadlocks und Haarextensions.

«Herkömmliche Badekappen wie von Speedo sind dazu designt, kaukasisches Haar zu bändigen. Afro-Haar benötigt mehr Platz in der Kappe. Ein solches Produkt gab es bisher weltweit noch nicht.», so die Gründer von Soul Cap, Michael Chapman und Toks Ahmed.

Chlor schadet Afro-Haar

Ausserdem trockne das Chlor im Wasser die Haare aus und kann insbesondere Afro-Haar stark schaden. Es ist von Natur aus trockener als anderes Haar, weil es weniger Zellschichten hat. Bereits vor zwei Jahren sagte Olympionikin Alice Dearing zu «BBC»: «Chlor kann Afro-Haar langfristig Schaden zufügen. Es klingt skurril, aber es kann wirklich dem Selbstbild und dem Selbstvertrauen schaden, weil Chlor die Haare dermassen schädigt.»

Der Internationale Schwimmverband hat die Zulassung dieser Kappen an den Olympischen Spielen verboten. «Die Kappen entsprechen nicht der natürlichen Kopfform. Wir empfinden diese Konfiguration der Badekappe als unnötig», schreibt der Vorstand in einer offiziellen Mitteilung.

Verband prüft das Verbot noch einmal

Auf diesen Entscheid reagierten die Gründer von Soul Cap mit einem Statement auf Instagram. «Wenn junge, schwarze Schwimmerinnen und Schwimmer sich zwischen ihren Haaren oder Schwimmen auf hohem Niveau entscheiden müssen, ist das einfach nur traurig.»

Mittlerweile hat der Verband auf die Kritik der Schwimmerinnen und Schwimmer sowie der Community im Netz reagiert. Man wolle die Situation in Bezug auf Soul Cap und ähnliche Hersteller prüfen, in der Stellungnahme wird ausserdem die Wichtigkeit von «Inklusivität und Repräsentation» betont.

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