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BaselSchwindel – Mann ruiniert Foto-Geschäft des Vaters

Ein mutmasslicher Trickser verkauft im Netz eine Fotoausrüstung, liefert diese aber offenbar nicht aus. Er agiert unter seinem echten Namen und schadet damit dem gleichnamigen Foto-Laden seines Vaters.

von
jd
Das verlockende Angebot, mit dem der Betrüger seine Opfer prellt.

Das verlockende Angebot, mit dem der Betrüger seine Opfer prellt.

Kein Anbieter/Screenshot/gratisinserat.ch

Ein Warnruf geht durch die Schweizer Fotografie-Szene: Ein mutmasslicher Schwindler soll seit mehreren Monaten böse Spielchen treiben und Leute um ihr Geld bringen. Die Masche, mit der er bereits einen fünfstelligen Betrag erbeutet haben soll, ist simpel: Der ehemalige Betreiber eines Foto-Ladens in Rheinfelden verkauft Kamera-Equipment auf unterschiedlichen Internet-Plattformen. «Unter dem Vorwand, es gebe viele andere Interessenten, bittet er darum, möglichst schnell per Vorkasse zu bezahlen», berichtet der Administrator einer Fotografie-Facebook-Gruppe. Die Ware würde jedoch nie an den neuen Besitzer ausgeliefert werden. «Ich weiss von mindestens 20 Personen, die ihm schon auf den Leim gegangen sind.» In den Interessentengruppen auf sozialen Medien würde nun aktiv vor dem Mann gewarnt und dazu aufgefordert, Anzeige zu erstatten. «Er macht jedoch munter weiter», berichten Insider.

Die Canon EOS 5D Mark III inklusive Zubehör bietet der Betrüger «aufgrund eines Systemwechsels» für 1490 Franken zum Verkauf an. Der Zustand betitelt er als sehr gut: «Die Objektive sind neu, keine Kratzer auf der Front und Rücklinse», steht in den Verkaufs-Anzeigen geschrieben. Neuwertig kostet die angepriesene Kamera 3000 Franken.

Vater schämt sich

Pikant: Der angebliche Verkäufer tritt unter seinem echten Namen auf, wodurch auch das gleichnamige Basler Fotogeschäft seines Vaters in Mitleidenschaft gezogen wird. «Was er macht, ist für mich so beschämend. Vermutlich fallen so viele auf die Angebote rein, da er mit meinem Namen offeriert und die Kunden meinen, dass es meine Firma betrifft», schreibt dieser auf Facebook. Und weiter: «Hoffentlich wird ihm bald das Handwerk gelegt.»

Sein Sohn sei ebenfalls Fotograf und per Ende letzten Jahres mit seinem Foto-Shop Bankrott gegangen, erzählt der Vater gegenüber 20 Minuten. Kontakt habe er schon seit geraumer Zeit keinen mehr mit ihm. Geschweige denn stehe er in einem Zusammenhang mit den mutmasslichen Betrügereien. «Die Opfer verstehen das jedoch nicht und rufen in meinem Geschäft an, um sich zu erkundigen, wieso ich ihnen die Produkte nicht liefere», erzählt er. Er rate jedem Kunden, sofort Anzeige zu erstatten. Einige Personen hätten diesen Schritt bereits gewagt.

Inserat deaktiviert

Der Betreiber von Gratisinserat.ch wurde laut eigenen Aussagen bereits vor einigen Tagen per Kontaktformular auf das Kamera-Inserat aufmerksam gemacht. «Daraufhin haben wir die Anzeige deaktiviert», sagt er.

Unter der angegebenen Telefonnummer war der Inserent für 20 Minuten nicht erreichbar. Die Staatsanwaltschaft kann sich zu dem Fall nicht äussern.

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