Gays vs. Gläubige: Schwule gegen Freikirchen-Bands in Basel
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Gays vs. GläubigeSchwule gegen Freikirchen-Bands in Basel

Dass Ende August am Basler Jugendkulturfestival Bands aus dem ICF-Umfeld auftreten, stört die «habs»: Die Kirche sei homophob.

von
lua
Die «habs» stört sich daran, dass Bands wie We Invented Paris Ende August am Jugendkulturfestival auftreten dürfen.

Die «habs» stört sich daran, dass Bands wie We Invented Paris Ende August am Jugendkulturfestival auftreten dürfen.

Die Basler Bands We Invented Paris, The Drops und St. Augustine haben mindestens zwei Gemeinsamkeiten: Sie treten am Jugendkulturfestival JKF 2013 auf und entstammen dem Umfeld der Freikirche ICF (International Christian Fellowship). Daran stört sich die homosexuelle Arbeitsgruppe Basel «habs»: «Wir wollen, dass Menschen, die sich von ihrer feindlichen Haltung gegenüber Homosexuellen nicht distanziert haben, keine öffentliche Plattform gegeben wird», schreiben sie in einer Medienmitteilung. Denn die ICF sieht laut «habs» Homosexualität als «Fehlentwicklung» – und versucht gar, in Workshops Schwule und Lesben umzupolen.

Flavian Graber von We Invented Paris spricht sich klar gegen diese Vorwürfe aus: «Wir sind keine ICF-Band und haben nichts gegen Homosexuelle.» Einzig ein Bandmitglied sei bei der ICF angestellt, dies sei jedoch Privatsache. Auch JKF-Präsident Sebastian Kölliker sagt, dass er die am Festival auftretenden Bands nicht als missionarisch oder homophob erlebt. Sie seien nicht am Zuschauervoting durch Klicks der ICF-Community gewählt worden, sondern durch die Jury ausgesucht.

«Wir beobachten die Bands aus ICF-Nähe»

Der RFV (Popförderung und Musiknetzwerk der Region Basel) begrüsst hingegen das Vorgehen der «habs»: «Wir sind sehr froh, dass sie die Problematik aufwerfen – sie ist in Basel latent und bekannt. Wir beobachten, was die Bands aus ICF-Nähe machen», so Sprecher Chrigel Fisch. Würde ein Act auf der Bühne, in Interviews oder Texten gegen jemanden -etwa Homosexuelle- hetzen, würde die Band sofort aus einem RFV-Wettbewerb ausgeschlossen – dies sei jedoch noch nie vorgekommen.

Die ICF Basel distanziert sich davon, «magische Umpolungs-Therapieansätze» anzuwenden: «Wir bieten lediglich Rat in Workshops an, unter anderem auch zu gleichgeschlechtlicher Anziehung. Aber wir schliessen keine anders lebenden Menschen aus», so der leitende Pastor Ralf Dörpfeld.

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