Schwulen-Flyer in Schulen sorgt für grosse Empörung
Aktualisiert

Schwulen-Flyer in Schulen sorgt für grosse Empörung

Werden die Berner Schüler zu Pornografie und Homosexualität verführt? Ein Prospekt der Aids-Hilfe scheidet die Geister.

«Selbstverständlich» heisst eine neue Broschüre der Aids-Hilfe, die an Berner Schulen verteilt wird. Alles andere als selbstverständlich ist aber die Art, wie darin Homosexualität thematisiert wird, findet EVP-Grossrat Wilfried Gasser: «Das ist ganz klar Pornografie.» Es gehe nicht an, dass Schwule bei Jugendlichen missionieren. Auch Max Suter vom Amt für Volksschulen ist alarmiert: «Wir müssen reagieren, das geht so nicht.» Sofort stoppen könne man die Aktion aber kaum: «Wir haben keine Kontrolle darüber, was an die Schulen verschickt wird.»

Der Ratgeber beschreibt homosexuelle Praktiken in direkter Sprache. Saunen, Parks und Bahnhoftoiletten werden als Treffpunkte für schnellen Verkehr erwähnt. Die Hauptaussage: «Sex zwischen Männern ist weder unnatürlich noch schmutzig.»

Laut einer Studie begehen 24,4 Prozent der schwulen und bisexuellen Jungen einen Selbstmordversuch. Oft belasten sie Isolation, Depressivität, und Diskriminierung. Die Broschüre soll sie ermutigen, zu ihrer Sexualität zu stehen.

«Das braucht es nicht», sagt Max Suter vom Amt für Volksschule, «was an Aufklärung nötig ist, steht im Lehrplan – und wir setzen keinen Schwerpunkt auf gleichgeschlechtliche Liebe.»

Patrick Marbach

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