Aktualisiert 06.09.2007 08:40

Schwulenfeindlicher US-Senator will Comeback geben

Der konservative US-Senator Larry Craig ist wegen der Toiletten-Affäre offenbar doch nicht zum bereits öffentlich verkündeten Rücktritt bereit. Das dürfte die Republikaner in helle Aufregung versetzen.

Der 62-jährige Republikaner hat ein prominentes Anwalt-Team engagiert. Als erstes soll sein umstrittenes Schuldeingeständnis geprüft werden, teilte Craigs Sprecher mit.

Craigs Anwälte überreichten Mitgliedern des Ethikausschusses des Senats am Mittwoch einen Antrag, eine Beschwerde gegen den Senator zurückzuweisen. Sein Schuldeingeständnis im Zusammenhang mit einer Sex-Razzia in einer Flughafentoilette habe überhaupt nichts mit seinen offiziellen Pflichten zu tun, argumentierten sie.

Am Wochenende hatten die republikanische Parteiführung und auch das Weisse Haus erleichtert auf Craigs Ankündigung reagiert, wegen seiner angeblichen Avancen gegenüber einem verdeckten Ermittler in einer Flughafentoilette von Minneapolis zum 30. September zurückzutreten. Smith sagte, vor wenigen Tagen sei die Sache noch schablonenhafter gewesen. «Es hat nicht viele Optionen gegeben», sagte er zu dem enormen öffentlichen Druck, der auch von Parteifreunden Craigs wie Senator John McCain und dem republikanischen Senatsführer Mitch McConnell ausgeübt worden war. Dies sei nun anders, sagte Smith.

Craig hatte sich in der vergangenen Woche damit verteidigt, dass er nichts Unrechtes getan habe und sein einziger Fehler darin bestanden habe, ein schuldhaftes Verhalten eingeräumt zu haben. Darin unterstützt ihn ein republikanischer Senator im Justizausschuss, Arlen Specter. «Je mehr man sich diese Situation betrachtet, desto mehr kommen einem Zweifel», sagte der frühere Staatsanwalt. Wenn Craig sich nicht auf die Anerkennung einer reduzierten Beschuldigung eingelassen hätte, wäre er wahrscheinlich entlastet worden, sagte Specter.

Eine Sprecherin von Präsident George W. Bush, Dana Perino, sagte, das Weisse Haus bleibe bei seiner Haltung: Es hatte von einer enttäuschenden Situation um Craig gesprochen. «Aber natürlich ist es die Entscheidung des Senators, der Sitz des Senators», fügte sie hinzu. (dapd)

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