Aktualisiert

Irrungen und Wirrungen«Schwuler» Blindenhund diskriminiert

Die Krux mit dem australischen Akzent: Der Kellner eines Thai-Restaurants verstand den blinden Gast völlig falsch. Klar war nur: Der «schwule» Blindenhund musste mit Herrchen raus.

Weil er einen Blindenhund für schwul hielt, hat ein Kellner einen blinden Australier aus einem Restaurant in Adelaide geworfen. Ein Gericht für Chancengleichheit entschied, dass sich die Besitzer des «Thai Spice»-Restaurants schriftlich bei dem 57-Jährigen entschuldigen und umgerechnet 1400 Franken Strafe zahlen müssen.

Wie die Zeitung «Sunday Mail» berichtete, beruhte der Vorfall vom Mai 2009 wohl auf einem sprachlichen Missverständnis. Die Begleiterin von Ian Jolly hatte in dem Lokal gefragt, ob sein Blindenhund («guide dog») mit hinein dürfe.

Die Restaurantbesitzer erklärten, einer ihrer Angestellten habe «gay dog» (schwuler Hund) verstanden, was sich mit australischem Akzent so ähnlich wie «guide dog» anhört.

Das Personal habe gedacht, dass «Nudge» (»Stups) ein Hund sei, der kastriert wurde, damit er schwul wird, hiess es in einer etwas sonderbaren schriftlichen Erklärung der Restaurant-Besitzer.

Pikanterie am Rande: Mit einem Schild (»guide dogs welcome») heisst das Lokal Blindenhunde ausdrücklich willkommen. Jolly zeigte sich zufrieden mit dem Richterspruch. «Aber ich werde jetzt ständig so etwas befürchten, wenn ich ausgehe», sagte er der Zeitung.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.