Keine Betten mehr frei: Schwyz errichtet eine Zeltstadt für Geflüchtete aus der Ukraine
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Keine Betten mehr freiSchwyz errichtet eine Zeltstadt für Geflüchtete aus der Ukraine

Im Kanton Schwyz gibt es offenbar keine freien Unterbringungsplätze für Asylsuchende mehr. Als schnelle «und kostengünstige» Notlösung, wie es heisst, soll nun eine Zeltstadt in Seewen errichtet werden. 

von
Matthias Giordano
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Laut UN sind aktuell über 6,8 Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet, rund 900 sind mittlerweile in Schwyz angekommen und untergebracht.

Laut UN sind aktuell über 6,8 Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet, rund 900 sind mittlerweile in Schwyz angekommen und untergebracht.

20 Min/Helena Müller
Die Unterkünfte seien mittlerweile jedoch voll ausgelastet, weshalb der Kanton Schwyz in Seewen eine Zeltstadt errichtet.

Die Unterkünfte seien mittlerweile jedoch voll ausgelastet, weshalb der Kanton Schwyz in Seewen eine Zeltstadt errichtet.

20 Min/Helena Müller
140 Personen sollen dort vorübergehend einen Platz finden.

140 Personen sollen dort vorübergehend einen Platz finden.

20 Minuten/News-Scout

Darum gehts

Seit Beginn des Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine vor rund drei Monaten haben über 55'000 Personen aus der Ukraine Schutz in der Schweiz gesucht. Davon sind rund 900 Personen im Kanton Schwyz untergebracht. Nun sind offenbar die Grenzen erreicht. «Durch das grosszügige und konstruktive Zusammenspiel zwischen Anbietern privater Unterkünfte, kantonalen Asylzentren, Wohnungen auf Gemeindestufe und der Erschliessung zusätzlicher, kollektiver Unterkünfte konnten im Kanton Schwyz bisher genügend Wohnplätze zur Verfügung gestellt werden», teilt das zuständige Volkswirtschaftsdepartement am Donnerstag mit. Es zeichne sich nun allerdings ab, dass diese Möglichkeiten in absehbarer Zeit ausgeschöpft sein werden.  

Zeltstadt als kostengünstige Lösung

Der eingerichtete «Sonderstab Ukraine» habe deshalb mittels Notfallplanung verschiedene Möglichkeiten für weitere Unterbringungsplätze geprüft. «Als rasch umsetzbare sowie kostengünstigste Lösung wird in der ehemaligen Landi in Seewen eine zeitlich befristete Zeltstadt für rund 140 Personen eingerichtet», heisst es weiter. Die Eigentümerin, die Strüby Holzbau AG, stellt die Halle dem Kanton demnach während eines Jahres kostenlos zur Verfügung. Die Zeltstadt wird voraussichtlich Ende Juni bereit sein. Diese zusätzlichen Kapazitäten sollen dazu beitragen, die Geflüchtete länger in den kantonalen Strukturen zu beherbergen und damit den Druck auf die Gemeinden zu verringern.

Nach der Erstaufnahme der Geflüchteten in den kantonalen Strukturen werden diese entsprechend der Bevölkerungszahl den Gemeinden zugewiesen. Laut Mitteilung waren die Gemeinden bisher verpflichtet, 2000 Unterkunftsplätze für Asylsuchende bereitzustellen. Wegen weiter steigenden Asylzahlen hat der Regierungsrat den Verteilschlüssel auf neu 3000 Unterkunftsplätze angehoben. Der neue Verteilschlüssel ist auf den 1. Juni 2022 in Kraft gesetzt worden.  

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