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Schwyzer Familiendrama: Motiv bleibt im Dunkeln

Familiendrama im Kanton Schwyz: Ein 15-Jähriger hat seine Stiefmutter und den 13-jährigen Stiefbruder erstochen. Das Tatmotiv ist noch unbekannt.

von
Daniela Gigor

In der Nacht auf Samstag meldete sich kurz nach Mitternacht ein Familienangehöriger bei der Kantonspolizei Schwyz: In Ried-Muotathal habe sich ein Familien-Drama ereignet. Mutmasslicher Täter ist der erst 15-jährige Sohn der zugezogenen Patchwork-Familie. Der Vater brachte drei- und die Mutter zwei Kinder mit in diese Ehe. Nun erstach Michael R.* seine Stiefmutter und seinen 13-jährigen Stiefbruder im Schlaf mit einem Messer. Der Jugendliche griff auch seinen Vater an. Der 41-jährige kam mit leichten Verletzungen davon. Die anderen drei Kinder blieben unverletzt.

Über das Tatmotiv tappt die Polizei noch im Dunkeln. Laut Sonntagspresse war das Verhältnis des Jungen zur Stiefmutter schon längere Zeit getrübt; Michael R. habe sich benachteiligt gefühlt.

Der Game-Freak ging zur Schule und war der Polizei bis zum Drama nie aufgefallen. Laut Kapo Schwyz wurde er verhaftet und wird in einem Spital speziell betreut.

Die Mittelpunktschule Muotathal will ihre Schüler heute informieren, bei Bedarf bietet sie ihnen Betreuung durch Fachleute an.

*Name der Redaktion bekannt

Kantonales Krisenkonzept

Nach dem Muotathaler Familiendrama will der Schwyzer Regierungsrat ein neues, kantonales Konzept zur Bewältigung von Krisen ausarbeiten. Ein Gremium aus Fachleuten soll zusammengestellt werden und in Ausnahmezuständen betroffene Gemeinden professionell unterstützen. Das Familiendrama von Muotathal zeige, dass eine kantonale Anlaufstelle nötig sei, sagte Walter Stählin, der Vorsteher des Erziehungsdepartements gegenüber Radio Zürisee. (akk)

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