Feusisberg SZ: Schwyzer Firma baut Luxus-E-Bike für 17'900 Fr
Aktualisiert

Feusisberg SZSchwyzer Firma baut Luxus-E-Bike für 17'900 Fr

Der E-Bike-Hersteller Jaal Cycles aus Feusisberg setzt auf ein modisches Nischenprodukt: In einer Kleinst-Serie von 22 Stück produziert er Vintage-Luxusvelos in Handarbeit.

von
gwa
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Die beiden E-Bike-Fans Alex Hauri und Janez Grasic haben mit ihrer Firma Jaal Cycles das wohl exklusivste E-Bike der Schweiz entwickelt: das Dedo.

Die beiden E-Bike-Fans Alex Hauri und Janez Grasic haben mit ihrer Firma Jaal Cycles das wohl exklusivste E-Bike der Schweiz entwickelt: das Dedo.

Jaal Cycles
Produziert wird das E-Bike in Kleinserie: Es gibt nur 22 Stück.

Produziert wird das E-Bike in Kleinserie: Es gibt nur 22 Stück.

Jaal Cycles
Die E-Bikes sind alle nummeriert.

Die E-Bikes sind alle nummeriert.

Jaal Cycles

«Das Dedo ist eine ehrliche Haut und besteht nur aus Schokoladenseiten», heisst es auf der Website des Veloherstellers Jaal Cycles. Mit dem E-Bike wollen die beiden Hersteller Alex Hauri (39) und Janez Grasic (46) den Schweizer E-Bike-Markt aufmischen. Mit ihrem E-Bike wollen die Beiden auf Exklusivität, Swissness und Qualität setzen. «80 Einzelteile wurden speziell für das Bike entwickelt und in der Schweiz hergestellt. Wenn möglich, stellen wir die Teile selbst her», sagt Hauri. Gewisse Komponenten – unter anderem der Elektromotor oder die Bremsanlage – mussten die Velotüftler aber trotzdem in Ausland besorgen.

Drei Arbeitstage für ein Velo

Die Firma mit Sitz in Feusisberg hatte bei der Entwicklung des Bikes hohe Ansprüche: «Das Bike sollte langlebig sein und gut aussehen», so Hauri. So haben sich die beiden für ein Vintage-Design entschieden. «Das E-Bike soll einen nostalgischen Charme verprühen.» Rund drei bis vier Arbeitstage sind nötig, bis aus allen Einzelteilen ein fertiges Dedo zusammengebaut ist. Der Mittelmotor gibt eine Unterstützung bis 45 km/h; die Reichweite des E-Bikes beträgt rund 90 Kilometer.

Weitere Kleinserien geplant

Die beiden Velotüftler haben nun in ihrer Werkstatt in Dulliken eine Kleinserie von insgesamt nur 22 Stück hergestellt, die jetzt verkauft wird. So viel Exklusivität und Verarbeitungsqualität haben auch ihren Preis: Ein Dedo-Modell kostet 17'900 Franken. Budgetkompromisse wollten die beiden nicht eingehen: «Bei der Entwicklung haben wir bewusst die Kosten hinter die Anforderungen an Qualität und Design gestellt», sagt Grasic. Drei Stück hätten die beiden bereits verkaufen können.

Sechs Jahre von der Idee bis zum Bike

Die Idee zum Bike kam Marathonfahrer Hauri und Downhill-Biker Grasic vor rund sechs Jahren bei einem gemeinsamen Glas Wein. Grasic testete damals gerade ein E-Bike. «Wir waren der Meinung, dass E-Bikes grosses Potenzial haben. Beim Design haperte es allerdings noch.» Deshalb habe man beschlossen, ein eigenes Produkt zu entwickeln. Grasic entwarf das erste Designkonzept und war verantwortlich für die technische Umsetzung, während Hauri das Budget bereit stellte. «Wir freuten uns sehr über den Prototyp, aber zusammen fahren konnten wir noch nicht.» Deshalb hätten sie kurzerhand ein zweites E-Bike hergestellt. In den vergangen Jahren hätten die beiden akribisch am Konzept gefeilt, bis die nötige Marktreife vorhanden war.

Velo sorgt für Aufsehen

Auf den gemeinsamen Touren hätten die Velos bei Passanten für Aufsehen gesorgt. «Die Leute begutachteten die Bikes und wollten wissen, wo man so etwas kaufen kann», sagt Grasic. Aufgrund des grossen Interesses hätten sie sich schliesslich entschieden, eine erste Serie zu produzieren. In Zukunft soll es auch weitere Kleinserien geben. Dazu suche man noch Investoren, die ebenfalls vomk E-Bike-Fieber angefressen sind. Aber: «In dieser spezifischen Ausführung wird es das Dedo nicht mehr geben – es bleibt eine exklusive Rarität.»

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