Aktualisiert 26.06.2009 01:49

AxenstrasseSchwyzer Kantonsrat will keinen Morschacher Tunnel

Der Schwyzer Kantonsrat will keinen Morschacher Tunnel. Er hat am Donnerstag den Regierungsrat aufgefordert, sich beim Bund für den Verzicht auf den geplanten Morschacher Tunnel der A4 am Axen einzusetzen.

Der Morschacher Tunnel und mit ihm der geplante Sisikoner Tunnel sind Kernstücke des Ausbaus der Axenstrasse der A4. Der Bundesrat bewilligte im letzten Januar ein generelles Projekt, dessen Kosten auf 750 Millionen Franken veranschlagt werden. Schwyz müsste sich mit 46 Millionen an den Kosten beteiligen.

Jetzt stellt sich der Schwyzer Kantonsrat quer. Mit 57 zu 30 Stimmen hat er ein Postulat erheblich erklärt, das den Verzicht auf den 2,8 Kilometer langen Tunnel, der von 2018 bis 2025 gebaut werden soll, fordert. Der Vorstoss war von Parlamentariern aus allen Fraktionen eingereicht worden.

Unnötiger Tunnel bringt mehr Transitverkehr

Aufgrund der zu erwartenden Verkehrsfrequenzen bestehe kein Bedarf nach einem Ausbau der Kapazität am Axen, sagten die Postulanten. Der geplante Morschacher Tunnel verursache mehr Transitverkehr auf Schwyzer Strassen. Ausserdem belaste der Tunnel die Strassenrechnung des Kantons.

Aus finanziellen Gründen müssten bei Strassenprojekten Prioritäten gesetzt werden, meinte ein SVP-Kantonsrat. Deshalb sei es sinnvoller, den Mositunnel zu sanieren und zu erweitern. Mit der Erheblicherklärung des Postulats werde ein Zeichen an die Adresse des Bundesrats gesetzt, sagte ein CVP-Kantonsrat, dessen Fraktion mehrheitlich für den Tunnel einstand.

Volkswirtschaftliche Bedeutung

Für die Realisierung des Tunnels setzte sich vor allem die FDP ein. Es gehe nicht darum, die Strassenkapazität am Axen zu erhöhen, sondern eine sichere und leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung sicherzustellen, sagte ein FDP-Sprecher.

Die neue Axenstrasse biete zudem Schutz vor Felsstürzen und Steinschlägen, und sie entlaste Brunnen nachhaltig vom Durchgangsverkehr. Das Projekt sei für den Kanton Schwyz von enormer volkswirtschaftlicher Bedeutung.

Baudirektor Lorenz Bösch machte das Parlament darauf aufmerksam, dass nur der Bund über die Ausgestaltung des Nationalstrassennetzes entscheide. Der Kanton müsse sich an der Finanzierung und der Ausführung des Projekts beteiligen. «Der Bundesrat hat das Projekt beschlossen, und er hält daran fest», sagte Bösch.

Ausserdem gab der Baudirektor zu bedenken, dass Schwyz in der nationalen Infrastrukturpolitik als verlässlicher Partner auftreten müsse. Schwyz müsse sich auch solidarisch gegenüber den Kantonen Uri und Tessin zeigen. Der Blick in den Süden lohne sich aus volkswirtschaftlicher Sicht.

(sda)

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