Aktualisiert 05.07.2012 13:16

London vor OlympiaScotland Yard verhaftet sechs Terrorverdächtige

Die Londoner Polizei hat sechs Personen festgenommen, die terroristische Anschläge geplant haben sollen. Ein Zusammenhang mit den Olympischen Spielen bestehe aber nicht.

von
phi

Wenn die eigentlich unbewaffnete Londoner Polizei mit Waffen zu einem Einsatz fährt, rechnet Scotland Yard mit Ärger: Die englischen Behörden haben sechs Personen verhaftet, die unter Terrorverdacht stehen. Es handelt sich dabei um eine 30-jährige Frau und fünf Männer im Alter von 18, 21, 24, 26 und 29 Jahren. Einer von ihnen konnte nur unter Einsatz eines Tasers überwältigt werden.

«Die Männer und die Frau wurden alle unter dem Verdacht der Beauftragung, Vorbereitung und Anstiftung eines terroristischen Aktes nach dem Terrorismus-Gesetz von 2000 festgenommen», erklärte die Polizei laut «Guardian». «Unsere grösste Sorge gilt der öffentlichen Sicherheit. Die heutige Operation in London steht in keinem Zusammenhang mit den Olympischen und Paralympischen Spielen.»

Die britische Zeitung spekuliert, dass auch der Inlandgeheimdienst MI5 in den Fall verwickelt sei. Auch wenn keine unmittelbare Bedrohung bestanden habe, würden die bislang gesammelten Beweise offenbar ausreichen, um die mutmasslichen Terroristen dingfest zu machen.

Polizei stoppt Überlandbus

Für Aufsehen sorgte zudem ein Zwischenfall in einem Bus, der auf dem Weg vom britischen Preston nach London am 5. Juli von der Polizei gestoppt und geräumt wurde. Einer der 48 Fahrgäste habe sich verdächtig verhalten, hiess es. Nach Medienberichten hatte der Mann im Bus eine Flüssigkeit in eine Tasche gefüllt, aus der Rauch aufstieg.

Die Autobahn, eine der meistbefahrenen Strassen Grossbritanniens, wurde weiträumig abgesperrt. Der Überlandbus wurde in sicherem Abstand zu der Mautstation auf dem Seitenstreifen abgestellt. Ein Zusammenhang zwischen dem Zwischenfall und den Festnahmen in London besteht nach Auskunft der Polizei nicht.

Nervosität vor Olympia

Die Olympischen Spiele in der britischen Hauptstadt beginnen am 27. Juli. Die Sicherheitskräfte sind daher in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Polizei hatte in jüngster Vergangenheit im Zuge gross angelegter Anti-Terror-Massnahmen bei mehreren Einsätzen Terrorverdächtige festgenommen. Viele wurden nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuss gesetzt. Die britische Anti-Terror-Gesetzgebung erlaubt das Eingreifen der Polizei in sehr frühem Stadium.

Vor sieben Jahren hatten islamistische Selbstmordattentäter in London 52 Menschen bei koordinierten Anschlägen auf öffentliche Verkehrsmittel getötet. Zudem wurde London in der Zeit des Bürgerkrieges in Nordirland (1972-98) immer wieder von Anschlägen erschüttert.

(phi/sda)

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