SchottlandSean Connery sagt «Aye», Bowie «Nay»
Ja oder nein? Das schottische Unabhängigkeitsreferendum beschäftigt auch die Promis unter den Briten. Befürworter und Gegner machen sich für ihre Sache stark.
- von
- kmo
«Wir dürfen die Gelegenheit zur Unabhängigkeit nicht verpassen», sagte Sean Connery laut dem «Independent» auf die Frage, ob sich Schottland vom Vereinigten Königreich Grossbritannien trennen und ein unabhängiger Staat werden soll.
Selber abstimmen darf der gebürtige Schotte Connery nicht, denn er wohnt auf den Bahamas. Nur Briten und EU-Bürger, die in Schottland wohnen (und über 16 Jahre alt sind), dürfen am 18. September ihre Stimme für oder gegen das Unabhängigkeitsreferendum abgeben.
Spekulationen nach Andy Murrays Aussage
Für eine Loslösung von Grossbritannien machten sich auch andere britische Stars stark - wie etwa die Schotten Annie Lennox oder Gerald Butler (siehe Diashow oben). Andy Murray, der ebenfalls aus dem hohen Norden stammt, wollte sich zu seiner Meinung über die Unabhängigkeit nicht äussern. Er versicherte aber, dass er auf jeden Fall für Schottland spielen würde, wenn das Referendum angenommen wird. Danach spekulierten Medien darüber, wie man diese Aussage interpretierten könnte.
Auch die Gegner der Unabhängigkeit fanden prominente Mitstreiter. So liessen sich unter anderen die Engländer David Bowie, Rod Stewart oder Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling einspannen. Aber auch Schotten - wie etwa die Sängerin Susan Boyle oder der Ex-Fussballtrainer Sir Alex Ferguson - warben für den Verbleib im Königreich.
Furcht vor zerstrittenem Schottland
Laut den letzten Umfragen zehn Tage vor dem Urnengang hielten sich Befürworter und Gegner in etwa die Waage. Eine Befragung ergab sogar eine leichte Mehrheit für die Unabhängigkeit. Am Freitagmorgen hatten die Gegner der Unabhängigkeit allerdings wieder knapp Oberwasser.
Wie auch immer das Resultat aussehen wird, Soziologen befürchten, dass die Unabhängigkeitsdebatte einen tiefen Riss quer durch die schottische Gesellschaft verursachen wird. Selbst durch einzelne Familien.
Vielleicht deshalb hat die anglikanische Kirche von Schottland für den Sonntag nach dem Referendum bereits zu Versöhnungsgottesdiensten eingeladen.