Selbstjustiz : Sechs Dieben wurden die Hände abgehackt
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Selbstjustiz Sechs Dieben wurden die Hände abgehackt

In Mexiko wurden sechs Menschen die Hände abgeschlagen. Die Tat steht offenbar mit Drogenhandel in Verbindung. Die Opfer waren der Polizei bekannt.

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Am 17. Oktober 2016 haben Unbekannte nahe der mexikanischen Stadt Guadalajara fünf Männer und eine Frau verstümmelt.

Am 17. Oktober 2016 haben Unbekannte nahe der mexikanischen Stadt Guadalajara fünf Männer und eine Frau verstümmelt.

AP/Fernando Carranza
Den Opfern wurden die Hände mit Macheten abgehackt.

Den Opfern wurden die Hände mit Macheten abgehackt.

Screenshot Youtube

Ein Fall von Selbstjustiz erschüttert Mexiko: In der Ortschaft San Pedro Tlaquepaque im Bundesstaat Jalisco haben Unbekannte sechs Menschen – fünf Männern und einer Frau – die Hände abgeschnitten. Ein weiterer Mann wurde getötet. Die Opfer wurden am Rand einer Hauptstrasse gefunden.

Wie der «Diario de México» berichtet, haben die Täter den sechs Menschen die Hände mit Macheten abgehackt. Dann verpackten sie die abgetrennten Körperteile in Plastiktüten und legten sie neben die Opfer. Sie kritzelten ihnen mehrmals das Wort «rata» (Ratte) oder «ratero» auf das Gesicht, die Brust und die Arme. Mit «Ratten» werden in Mexiko häufig Diebe bezeichnet.

Die Gangster hinterliessen am Tatort zudem ein Schild mit einer Botschaft, wonach es sich bei den Opfern um Kriminelle handelte. Unterzeichnet war das Schreiben mit «Eliteeinheit gegen Ratten».

Abrechnung zwischen Kriminellen

Die Opfer wurden in Spitäler gebracht. «Sie haben uns nichts gesagt, sie stehen unter Schock», sagte der stellvertretende Polizeichef Eduardo Palacios zu «CNN en Español». Den Behörden seien sie jedoch als Kriminelle bekannt gewesen. Einige der Opfer seien wegen Diebstahl, andere wegen Drogendelikten vorbestraft.

Der Staatsanwalt von Jalisco, Eduardo Almaguer, sagte am Dienstag, dass bereits zwei Verdächtige, ein Mann und eine Frau, auf einem Grundstück festgenommen worden seien. Dort hätten möglicherweise zwei der Amputationen stattgefunden.

Der Staatsanwalt vermutet, dass die Opfer offene Schulden bei den Tätern gehabt hätten. «Wir glauben, dass die sieben Personen Drogen zum Weiterverkauf bekommen und diese nicht bezahlt haben.» Für ihn sei es darum kein Fall von Selbstjustiz, sondern eher «eine Abrechnung zwischen Verbrechern».

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