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Aufruf zu Verbrechen6 Fussballfans müssen wegen Skandal-Plakat vor Gericht

An einem Fussballmatch zwischen Schaffhausen und Winterthur sorgte ein Plakat für einen Skandal. Nun müssen sich sechs Personen vor Gericht verantworten.

von
Thomas Mathis
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Wegen diesem Plakat müssen sich sechs Personen vor Gericht verantworten.

Wegen diesem Plakat müssen sich sechs Personen vor Gericht verantworten.

20min-Community
Das Plakat wurde scharf kritisiert – etwa von SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr.

Das Plakat wurde scharf kritisiert – etwa von SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr.

Auch Fussballerin Sarah Akanji äusserte sich: «Sexismus hat weder im Stadion noch sonstwo auf der Welt Platz.»

Auch Fussballerin Sarah Akanji äusserte sich: «Sexismus hat weder im Stadion noch sonstwo auf der Welt Platz.»

Darum gehts

  • Ein Skandal-Plakat an einem Match zwischen FC Winterthur und FC Schaffhausen sorgte im Mai 2019 für Schlagzeilen.

  • Nun wurden sechs Personen wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder zu Gewalttätigkeit angeklagt.

  • Ihnen drohen bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.

FC-Schaffhausen-Fans schockierten im Mai 2019 bei einem Spiel gegen den FC Winterthur im Stadion Schützenwiese mit einem Skandal-Plakat. Auf dem Banner stand «Winti Fraue figgä und verhaue». Sechs Personen müssen nun vor Gericht, wie Radio Munot berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder zu Gewalttätigkeit erhoben. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Die Untersuchungen gegen den damaligen Sicherheitschef des FC Schaffhausen wurden eingestellt. Es habe sich gezeigt, dass ihm kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten nachgewiesen werden könne.

«Widerwärtiges Spruchband»

Die Aktion war scharf kritisiert worden. «Man kann auf gar keinen Fall ein solch widerwärtiges Spruchband präsentieren, das soll und muss jedem klar sein. Auch wenn das Spruchband nicht ernst gemeint, sondern einfach unüberlegt war, wäre eine Strafe definitiv gerechtfertigt», hiess es bei der Fanorganisation Schaffhauser Bierkurve.

Der FC Schaffhausen verurteilte die Aktion einiger Anhänger des Vereins aufs Schärfste: «Der Verein distanziert sich in aller Form von Diskriminierung, Gewalt und Sexismus. Solche Transparente dürfen nicht toleriert werden.» SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr etwa schrieb auf Twitter, dass das ein klarer Aufruf zu Gewalt gegen Frauen ist. Fussballerin Sarah Akanji verurteilte die Aktion ebenfalls: «Sexismus hat weder im Stadion noch sonstwo auf der Welt Platz.»

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