31.07.2020 04:59

Neuenburgersee

Sechs Hunde tot – Behörden verhängen Badeverbot an betroffenen Stränden

Die Behörden raten zurzeit ab, im Neuenburgersee zu baden. Seit Mittwoch sind sechs Hunde aufgrund einer Vergiftung gestorben.

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Die Behörden raten vom Bad im ganzen Neuenburgersee ab.

Die Behörden raten vom Bad im ganzen Neuenburgersee ab.

KEYSTONE
Der Grund: Seit Mittwoch sind sechs Hunde gestorben.

Der Grund: Seit Mittwoch sind sechs Hunde gestorben.

Kantonspolizei Neuenburg
Die Neuenburger Polizei hat bereits am Donnerstagabend Personen am Strand zwischen der Areuse-Mündung und Colombier vorsichtshalber evakuiert.

Die Neuenburger Polizei hat bereits am Donnerstagabend Personen am Strand zwischen der Areuse-Mündung und Colombier vorsichtshalber evakuiert.

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Darum gehts

  • Im Kanton Neuenburg starben sechs Hunde.
  • Cyanobakterien könnten für den Tod der Tiere verantwortlich sein.
  • Die Behörden raten vorerst davon ab, im Neuenburgersee zu baden.

Die Behörden im Kanton Neuenburg haben ein Badeverbot für den Strandabschnitt zwischen der Areuse-Mündung und Colombier verhängt. Zuvor waren sechs Hunde an den Folgen einer Vergiftung gestorben.

Der Grund für die Vergiftungen waren vermutlich Cyanobakterien – im Volksmund Blaualgen, wie die Neuenburger Kantonspolizei am Freitag mitteilte. Die wissenschaftliche Analyse steht noch aus. Die Behörden raten vom Bad im ganzen Neuenburgersee ab.

Das Badeverbot gelte ab sofort. Die Neuenburger Polizei evakuierte vorsichtshalber bereits am Donnerstagabend Personen am Strand zwischen der Areuse-Mündung und Colombier. Die Badegäste hätten dafür Verständnis gezeigt.

Im Moment sei kein weiterer Fall von toten Tieren rund um den See entdeckt worden. Vom Bad im Neuenburgersee werde dennoch abgeraten, bis die Resultate der Analysen vorlägen. Diese Ergebnisse sollten im Laufe des Freitags vorliegen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Eine bekannte Plage

Im Süsswasser wimmelt es normalerweise von Blaualgen. Sie kommen aber auch im Salzwasser vor. So gab es schon Algenplagen an verschiedenen Meeresstränden. Die Cyanobakterien stellen einen Mix aus verschiedenen Substanzen her, auch giftige. Vorab gehören diese Gifte zur Gruppe der Microcystine. Diese sind leberschädigend.

Das massenhafte Auftreten der Cyanobakterien – die sogenannte Algenblüte – kann den Badespass in stehenden Gewässern dadurch nachhaltig trüben. Die Bakterien bilden kugelige, gallertartige Kolonien, Teichpflaumen genannt. Das Phänomen gibt es regelmässig bei steigenden Wassertemperaturen. Bekannt dafür sind etwa Zürich-, Baldegger- oder Greifensee.

Wenn Menschen in einem von Algenblüten betroffenen See baden oder das Wasser schlucken, können schon geringe Mengen an Microcystinen und anderen Giften zu Hautirritationen, Erbrechen oder Durchfall führen.

Wie das Wasserforschungsinstitut der ETH Zürich (Eawag) in einer Studie nachwies, sind Microcystine nur die Spitze des Eisbergs. Mehr als die Hälfte der von Cyanobakterien produzierten Stoffe gehören nicht zur Gruppe dieser Gifte.

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(SDA)

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