Sechs Jahre Zuchthaus wegen Misshandlung
Aktualisiert

Sechs Jahre Zuchthaus wegen Misshandlung

Das Basler Strafgericht hat einen 25-jährigen Schweizer wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und weiteren Gewaltdelikten zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt.

Er hatte seine Freundin schwer misshandelt.

Während vier Tagen hatte der Verurteilte die junge Frau einem eigentlichen Terror ausgesetzt. Dabei hatte er auch zweimal mit einem Revolver in Richtung des Opfers geschossen.

Die junge Frau, die erst Monate nach den Vorfällen im Dezember 2003 realisiert hatte, dass sie vom Angeklagten schwanger war, hat in der Zwischenzeit ein Kind zur Welt gebracht. Teilweise unter Tränen berichtete sie von den massiven körperlichen und psychischen Übergriffen, die sie von dem Verurteilten zu erleiden hatte.

Sie sei bedroht, geschlagen, gewürgt und vergewaltigt worden, erzählte sie. Der Angeklagte hatte sie schon bald nach Beginn der Beziehung zu schlagen begonnen. Der Grund für die tagelange Tortur im Dezember 2003 war sein Verdacht, sie habe ihn betrogen, während er im Militärdienst war. Sie habe befürchtet, er werde sie umbringen, sagte sie.

Vorsätzliche Tötung

Am vierten Tag gelang es der erschöpften Frau, den Mann zu überreden, gemeinsam eine Bekannte zu besuchen. Nachdem der Mann die Wohnung der Bekannten verlassen hatte, erzählte das Opfer von den Misshandlungen. Daraufhin alarmierte die Bekannte die Polizei. Seither befand sich der Mann in Haft.

Im Gegensatz zur Verteidigung taxierte das Gericht die beiden Schüsse, welche das Opfer nur knapp verfehlt hatten, als versuchte vorsätzliche Tötung. Der Angeklagte hatte den Tötungsvorsatz bestritten und sich auf seine Fähigkeiten als Schütze berufen.

Das Strafmass von sechs Jahren liegt ein Jahr unter dem Antrag der Anklage. Die Verteidigung hatte auf dreieinhalb Jahre plädiert. Einigkeit bestand bezüglich der Anordnung einer ambulanten psychiatrischen Behandlung während des Vollzugs. Neben Schadenersatz muss er dem Opfer eine Genugtuung von 18 000 Franken bezahlen.

(sda)

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