Sechs «Sheriffs» gegen die Jugendkriminalität
Aktualisiert

Sechs «Sheriffs» gegen die Jugendkriminalität

Die Baselbieter Jugendanwaltschaft hat ein Schweizer Novum geschaffen: Sechs Kriminalbeamte in Zivil sollen vermittelnd eingreifen und die Jugendkriminalität an der Wurzel packen.

2002 wurden im Baselbiet 1033 Minderjährige – 835 Jungs und 198 Mädchen – wegen Verkehrsdelikten, Cannabiskonsums, Ladendiebstahls, Sachbeschädigung oder Körperverletzung angezeigt; Fälle mit harten Drogen waren selten. «Bei den 14- bis 16-jährigen Mädchen nimmt die Kriminalität zu», hielt gestern Jugendanwalt Thomas Faust fest. Um der tendenziell steigenden Jugendkriminalität vorzubeugen, sind im Baselbiet seit Oktober sechs Jugendsachbearbeiter der Kripo in Schulen und in den verschiedenen Jugendszenen unterwegs. Der Auftrag: Prävention.

«Gerade weil wir nicht mit dem Blaulicht angefahren kommen, erhalten wir auf der Anlaufstelle mehr Anzeigen und Telefonate», berichtet Inspektor Daniel Wenger von den bisherigen Erfahrungen. Wurden 1997 noch unter 1500 Delikte angezeigt, werden es bis Ende dieses Jahres rund 2300 sein. Dies sei insofern positiv zu werten, als es zeige, dass die Hemmschwelle sinke, die «Sheriffs» um Hilfe zu rufen. Unterstützend hat die Jugendanwaltschaft als weitere Schweizer Neuheit eine Homepage für Jugendliche eingerichtet.

(lvi)

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