Aktualisiert 08.02.2010 16:17

«Time-out» mit Klaus ZauggSechs Stürmer sind ausser Form

Die Schweizer werden in Vancouver eine Abwehr auf Weltniveau haben - aber eine Offensive, die nicht einmal in der NLA durchschlagskräftig wäre. Unsere Nationalmannschaft wird von hinten nach vorne immer schwächer.

von
Klaus Zaugg
Stürmer ausser Form: Sandy Jeannin, Thibaut Monnet und Kevin Romy (v.l.).

Stürmer ausser Form: Sandy Jeannin, Thibaut Monnet und Kevin Romy (v.l.).

Die Schweizer sind nach Winnipeg ins Trainingslager geflogen. Eine Analyse des Kaders zeigt bereits jetzt, wo die Probleme liegen. Und wo die Stärken.

Torhüter

Weltklasse

Jonas Hiller

Internationale Klasse

Tobias Stephan

Mässig in Form

Ronnie Rüeger

Abwehr

Weltklasse

Mark Streit

Internationale Klasse

Severin Blindenbacher

Luca Sbisa

Yannick Weber

In Liga-Hochform

Patrick von Gunten

Raphael Diaz

Gut in Form, aber nicht ganz fit

Goran Bezina

Mathias Seger

John Gobbi

Mässige in Form

Philippe Furrer

Sturm

Weltklasse

Keiner

Internationale Klasse

Hnat Domenichelli

In Liga-Hochform

Ivo Rüthemann

Thomas Déruns

Befriedigender Formstand

Martin Plüss

Romano Lemm

Julien Sprunger

Raffaele Sannitz

Paul Savary

Nicht in Form

Thibaut Monnet

Roman Wick

Thierry Paterlini

Sandy Jeannin

Kevin Romy

Andres Ambühl

Was bedeutet diese Analyse?

Beruhigend ist, dass ...

... es nicht ausgeschlossen ist, dass sich Spieler, die jetzt nicht in Form oder nicht in Bestform sind, beim Turnier erheblich steigern werden.

... wir mit Johans Hiller und mit Glück dazu in der Lage sind, den defensiven Landschaden gegen jeden Gegner auf maximal drei Gegentreffer zu beschränken.

... unser Powerplay mit Mark Streit funktioniert.

Beunruhigend ist, dass ...

... wir nur mit viel, viel, viel Glück dazu in der Lage sind, gegen jeden Gegner mindestens drei Tore zu schiessen.

... die jungen Offensivspieler, die bei der WM 2008 für offensives Tauwetter gesorgt haben, alle nicht in Bestform sind: Thibaut Monnet, Julien Sprunger und Roman Wick. Auf diese neue Generation baut Ralph Krueger.

... wir eigentlich mit Daniel Steiner in Vancouver antreten müssten. Andres Ambühl hat in der AHL diese Saison in 50 Spielen gerade mal 4 Tore und 3 Assists erzielt. Steiner hat in der gleichen Liga in 19 Partien mehr als doppelt so viele Punkte wie Ambühl produziert: 5 Tore und 10 Assists. Steiner fühle sich also auf den kleinen Eisfeldern wohler als Ambühl.

Kollektiv als Schlüssel zum Erfolg

Müssen wir also Ralph Krueger wegen seines Aufgebotes kritisieren? Nein. Ob Steiner oder Ambühl ist gehupft wie gesprungen. Wir haben so oder so keinen offensiven «game breaker», der in Vancouver alleine mit seinem Talent dazu in der Lage wäre, ein Spiel zu entscheiden. Der Schlüssel zum Erfolg wird einmal mehr das Kollektiv sein. Die Fähigkeit, die fehlende spielerische Klasse durch die Taktik, durch das Kollektiv zu kompensieren und eine Situation (Konter, Powerplay) auszunützen, die nicht durch einen persönlichen Effort, sondern durch das System entsteht.

Alles in allem ist der Formstand der einzelnen Spieler ungefähr so wie vor dem Olympischen Turnier von 2006 in Turin. Oder noch banaler: Alles ist in Vancouver möglich. Im Guten wie im Bösen.

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