Welche stimmt? : Sechs Theorien zu Geisterflug MH370

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Welche stimmt? Sechs Theorien zu Geisterflug MH370

Flug MH370 der Malaysia Airlines ist immer noch ein Mysterium. Was könnte passiert sein? Ein Aviatik-Experte prüft die sechs gängigsten Theorien.

von
num

Die Suche nach dem Flugzeug der Malaysia Airlines erstreckt sich inzwischen auf zwei etwa 10'000 Kilometer voneinander entfernte Korridore. 26 Länder suchen nach der Maschine. Bisher vergeblich.

Dabei ist gar nicht sicher, ob das Flugzeug tatsächlich irgendwo in den Indischen Ozean gestürzt ist. Das Flugzeug flog nach dem Absetzen des letzten Signals noch stundenlang weiter. Das nährt verschiedene – auch krude – Theorien. Aviatik-Experte Max Ungricht bewertet für 20 Minuten die geläufigsten Theorien.

Terror-Angriff

Max Ungricht: «Durchaus möglich. Was dafür sprechen würde, ist das Abschalten der Signale, die von den Triebwerken an den Hersteller geschickt werden. Ein ‹normaler› Pilot kann dies nicht, dazu braucht es spezielles Fachwissen. Da muss in den Raum unter dem Cockpit gestiegen werden, und nur mit entsprechenden technischen Kenntnissen kann dieses Signal abgeschaltet werden.»

Das Flugzeug ist irgendwo gelandet

«Das schliesse ich völlig aus. Ein so grosses Flugzeug kann nicht unbemerkt irgendwo landen – und wenn es ein stillgelegter Flughafen in Kasachstan ist: Irgendwer kriegt es immer mit.»

Suizid des Piloten

«Auch das ist denkbar. Wenn sich der Pilot oder der Kopilot im Cockpit einschliesst, haben die restlichen Crew-Mitglieder keine Chance, dort reinzukommen. Das hat man beim entführten äthiopischen Flugzeug gesehen, das in Genf gelandet ist. Auch Notsignale kann man von ausserhalb des Cockpits nicht absenden.»

Piloten wurden im Cockpit bewusstlos

«Das Flugzeug wäre in diesem Fall per Autopilot in einer geraden Linie weitergeflogen, bis es schliesslich abgestürzt wäre. Gegen diese Theorie spricht die Kursänderung, die noch vorgenommen wurde. Und das Abschalten der Systeme, die manuell vorgenommen werden mussten.»

Totaler oder teilweiser Stromausfall

«Durchaus denkbar und einigermassen plausibel, was die Frage der Kommunikationssysteme betrifft. Wenn zum Beispiel ein Brand an der falschen Stelle ausbricht, kann dies die gesamte Elektronik lahmlegen. Das Flugzeug fliegt trotzdem weiter, bis der Treibstoff verbraucht ist.»

Vertuschung durch Militärs

«Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Flugzeug von militärischen Radars erfasst wurde – diese aber aus Geheimhaltungsgründen ihre Radarkapazitäten nicht preisgeben wollen. Dass es abgeschossen wurde, glaube ich eher nicht. Irgendjemand hätte den Feuerball, den Absturz, beobachtet. Wenn, dann müsste dies über dem Meer passiert sein.»

Für Ungricht ist denkbar, dass eine Kombination der genannten Szenarien eingetreten ist. «Ein Terrorangriff durch einen Passagier, danach Schüsse im Cockpit, ein Brand – all das könnte geschehen sein.» Aber bisher sei zu diesem Zeitpunkt alles reine Spekulation.

Die Ermittler konzentrieren sich derzeit vor allem auf die Piloten oder zumindest auf einen von ihnen. Denn sie funkten trotz der für sie ersichtlichen Abschaltung eines Kommunikationssystems «Alles klar, gute Nacht» an die Flugkontrolle.

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