Aktualisiert 19.10.2010 10:49

Tschetschenien-KonfliktSechs Tote bei Angriff auf Parlament

Die Republik Tschetschenien kommt nicht zur Ruhe: Bei einer Attacke auf das Parlament hat es mindestens sechs Tote und 17 Verletzte gegeben, die Abgeordneten blieben unversehrt. Die Attentäter wurden alle getötet.

Russische Sicherheitskräfte nach dem verheerenden Anschlag auf das tschetschenische Parlamentsgebäude.

Russische Sicherheitskräfte nach dem verheerenden Anschlag auf das tschetschenische Parlamentsgebäude.

Bei einer Rebellenattacke auf das Parlament der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien wurden mindesten sechs Menschen – vier Angreifer und zwei Sicherheitsbeamte – getötet. 17 Personen wurden verletzt. Die lokale Polizei konnte die Situation aber mittlerweile unter Kontrolle bringen. «Die Polizeioperation ist beendet, alle Angreifer wurden getötet», so eine Polizeiquelle gegenüber der russischen Presseagentur Interfax.

Einer der Aufständischen habe sich kurz nach Beginn des Angriffs in die Luft gesprengt, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörden, Wladimir Markin, nach einem Telefonat mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin. Die Leitung des Parlaments und alle Abgeordneten konnten mit gepanzerten Fahrzeugen in Sicherheit gebracht werden, berichtete das Staatsfernsehen.

Landwirtschaftsministerium angegriffen

Fast zeitgleich griff eine zweite Gruppe Aufständischer das Landwirtschaftsministerium an. Auch dort kam es zu einem Feuergefecht mit Sicherheitskräften, wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete.

«Wir hörten am Morgen Schüsse und begriffen sofort, dass man uns als Geiseln nehmen wollte», so Iakhikhanov. Sie hätten sich danach bis zum Ende der Polizeioperation ins dritte Stockwerk des Gebäudes zurückziehen können.

Zum Zeitpunkt des Attentats soll sich der Vorsitzende des tschetschenischen Parlaments, Dukuvaha Abdurachmanowim, im Gebäude aufgehalten haben. Einer seiner Assistenten soll laut dem Sprecher des russischen Innenministeriums bei der Aktion verletzt worden sein. Auch der russische Innenminister Raschid Nurgalijewd soll sich derzeit in der Hauptstadt Grosny befinden.

Eine Reihe von Bombenanschlägen

Die russische Zentralregierung kämpft im Nordkaukasus seit Jahren gegen einen wachsenden Aufstand islamischer Extremisten. Die Region ist von Armut, der Rivalität von Stammesführern, Korruption und einem massiven Vorgehen der Sicherheitskräfte geprägt.

Zwar hat die Regierung in Moskau den Kampf gegen tschetschenische Separatisten für entschieden erklärt. In den vergangenen Monaten kam es jedoch immer wieder zu Schiessereien und Bombenanschlägen.

(sda/afp)

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