Saas-Fee VS: Sechsjähriger starb in Lawine - trotz Sprengung
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Saas-Fee VSSechsjähriger starb in Lawine - trotz Sprengung

Ein Bub aus Spanien ist in Saas-Fee auf der Piste durch eine Lawine gestorben. Die Patrouilleure wollen alle Sicherheitsvorgaben eingehalten haben. Im Dorf ist man tief bestürzt.

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ann/cbl/sda
Hier geschah das tödliche Unglück

Hier geschah das tödliche Unglück

Im Walliser Skiort Saas-Fee ist man zutiefst bestürzt über den Tod des sechsjährigen Buben aus Spanien. Er war am Mittwochmorgen mit einer Skilehrerin auf der Piste unterwegs, als sich eine Lawine löste und auf die beiden niederging. Während die Skilehrerin schnell befreit werden konnte, dauerte es 45 Minuten, bis der Junge geborgen wurde. Bis Mitternacht kämpfte man im Lausanner Unispital um sein Leben, musste aber schliesslich aufgeben.

Bei den Bergbahnen Saas-Fee spricht man den Eltern tief empfundenes Beileid aus. «Wir haben so gehofft, dass der Bub den Unfall überlebt. Die Nachricht von seinem Tod hat uns zutiefst getroffen», sagt Rainer Flaig, Chef der Bergbahnen Saas-Fee.

Hang wurde gesprengt

Der betroffene Hang sei an jenem Mittwoch zwischen 7.45 und 8.15 Uhr gesprengt worden. «Unsere ausgebildeten Sprengpatrouilleure haben das ausgeführt und sich an alle Sicherheits-Vorgaben gehalten.» Um 9.15 Uhr sei die Piste vom Patrouilleur frei gegeben worden.

Trotz diesen Massnahmen sei gegen 11.30 Uhr beim Ausgang Stollen, Traverse Felskinn – einem Ausstieg aus der Bahn ins Skigebiet – eine Lawine niedergegangen. Die Lawine löste sich gemäss Untersuchungen auf einer Höhe von 2900 bis 3000 Metern.

Tourengänger oder Verwehungen

Man habe alle Prozessabläufe eingehalten, um die grösstmögliche Sicherheit zu garantieren, so Flaig. Dazu gehörten auch sechs Patrouilleure, die die Pisten den ganzen Morgen überwachen. «Eine hundertprozentige Garantie können wir aber nicht geben, dass nichts passiert. Wir befinden uns im hochalpinen Gebiet.»

Wieso die Lawine niederging, kann Flaig nicht erklären. «Klar ist: Am Mittwoch fielen zwischen 20 und 65 Zentimeter Schnee, das ist bezüglich der Schneemenge nicht extrem.» Auslöser könnten unter anderem Schneeverfrachtungen oder auch Tourengänger gewesen sein. «Die Gründe sind bisher unklar und müssen noch genau untersucht werden.»

Eltern wollen Strafanzeige einreichen

Die Skischule «Eskimos», unter deren Aufsicht der Knabe im Skigebiet unterwegs war, möchte sich zum Unglück selbst nicht äussern. «Wir sind zutiefst betroffen und bestürzt über den Vorfall. Unsere Priorität liegt jetzt bei der Betreuung der Angehörigen und Angestellten.»

Die Staatsanwaltschaft Oberwallis hat eine Untersuchung eröffnet. Die Eltern des Jungen wollen gemäss spanischen Zeitungen eine Strafanzeige gegen die Bergbahnen und die Skischule einreichen. Der spanische Konsul in Genf, Carlos Vinuesa, kümmert sich derzeit um die Belange der Familie.

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