Kanada: Sechster abgetrennter Fuss gefunden
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KanadaSechster abgetrennter Fuss gefunden

Die grausigen Funde an Kanadas Küste nehmen kein Ende: Schon zum sechsten Mal innerhalb eines Jahres ist ein abgetrennter menschlicher Fuss am Strand einer Insel südlich von Vancouver angespült worden.

Eine Spaziergängerin habe den Fuss an einem Strand nahe dem Fischerort Campbell River auf Vancouver Island entdeckt, sagte die Leiterin eines nahegelegenen Zeltplatzes am Mittwoch.

Der am Strand von Campbell River angespülte rechte Fuss habe nach Angaben der Finderin in einem schwarzen Sportschuh für Männer gesteckt. Laut einem Polizeisprecher handelte es sich um einen Schuh der Grösse 43/44.

Damit wurden seit August bereits sechs abgetrennte Füsse an die Küste der südwestkanadischen Provinz British Columbia gespült. Die früheren Funde waren jeweils rechte Füsse gewesen. In allen bisherigen Fällen steckten sie in Socken und Joggingschuhen.

Wilde Spekulationen

Die mysteriösen Funde sorgten international für Schlagzeilen. Einige Medien spekulierten über eine Mordserie, andere vermuteten, es könnte sich um die Füsse von Opfern eines Flugzeug- oder Bootsunglücks handeln.

Die am Meeresboden eingeklemmten Leichen der Opfer seien möglicherweise nach einem Vorfall wie einem Erdbeben nach oben gespült worden, sagte der Kriminologe Gail Anderson von der kanadischen Simon Fraser University.

Andere Wissenschafter weisen darauf hin, die Füsse seien möglicherweise schon mehrere Jahre alt und könnten tausende Kilometer weit gespült worden sein, da sie unter gewissen Umständen im kalten Wasser gut konserviert blieben.

Örtliche Medien mutmassten, die Füsse gehörten zu vier Männern, die seit dem Absturz ihres Wasserflugzeugs im Februar 2005 in der Nähe des Campbell River vermisst werden.

Die Polizei äusserte sich zurückhaltend zu den Spekulationen. Noch stehe nicht fest, ob die makabren Funde im Zusammenhang mit einem Verbrechen, einem Unfall oder einer Katastrophe stünden.

Ein Zusammenhang mit Männern oder Frauen, die als vermisst gemeldet waren, konnte bislang nicht festgestellt werden, sagte ein Polizeisprecher. Gerichtsmedizinische Untersuchungen und DNA- Analysen sollen nun Hinweise auf Alter, Geschlecht und Gewicht der betroffenen Menschen geben.

(dapd)

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