Tiefer als angenommen: Seco hat Arbeitslosen-quote falsch berechnet

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Tiefer als angenommenSeco hat Arbeitslosen-quote falsch berechnet

Erstaunliche Differenz: Der Bund publiziert jeden Monat eine zu hohe Arbeitslosenquote. Grund für den Fehler ist eine falsche Berechungsgrundlage.

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Die Arbeitslosenquote ist tiefer als publiziert: Grund dafür sind falsche Berechungsgrundlagen.

Die Arbeitslosenquote ist tiefer als publiziert: Grund dafür sind falsche Berechungsgrundlagen.

Jeden Monat veröffentlicht das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Schweizer Arbeitslosenquote, welche derzeit offiziell bei 3,5 Prozent liegt. Wie das Wirtschaftsmagazin «Eco» berichtet, liegt die tatsächliche Quote aber lediglich bei 3,0 Prozent. Der Grund dafür liege in der Berechnungsmethode. Diese stützt sich auf einen veralteten Wert aus der Volkszählung des Jahres 2000. In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Erwerbstätigen von 4 auf 4,5 Millionen erhöht – vor allem aufgrund der Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Dies verändert die Statistik markant: Dividiert man die 4,5 Millionen durch die aktuelle Arbeitslosenzahl von 140 000 Menschen, ergibt dies eine Quote von 3,0 Prozent - und nicht 3,5 Prozent.

Seco hält an falschen Zahlen fest

Serge Gaillard, Leiter des Seco, ist nicht glücklich über den Fehler. Gegenüber «Eco» sagt er, dass ein Vergleich unter den Kantonen nur mit den Daten aus der Volkszählung möglich sei. George Sheldon, Professor für Arbeitsökonomie an der Universität Basel, fordert, dass das Seco diesen Missstand korrigiert. In seinen eigenen Studien verwendet er immer den tieferen, richtigen Wert. «Die richtige Anzahl Erwerbspersonen kann man aus verschiedenen Statistiken berechnen», sagt Sheldon.

Das Seco hält vorerst an seiner Berechnungsmethode fest. Aber wohl nicht mehr lange: Ab 2011 oder 2012 werde laut Gaillard für die Berechnung aktuelle Erbwerbspersonenzahlen verwendet – weil es die Volkszählung nicht mehr gibt.

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