Aktualisiert 18.05.2008 17:27

Second Life als Alternative zum realen Leben erforschen

Die virtuelle Welt Second Life eröffnet ganz neue Möglichkeiten des Lernens. Bereits sind mehr als 500 Anbieter auf der virtuellen Plattform zu finden.

Lernen im und mit dem Internet ist oft eine eher einsame Erfahrung. Allein vor dem Bildschirm Aufgaben abzuarbeiten bietet keinen sehr hohen Spassfaktor. Das könnte sich mit der virtuellen Welt Second Life grundlegend ändern. Die Studierenden können sich hier wie an der richtigen Uni oder Schule im Hörsaal oder Klas­senzimmer treffen, sich ge­genseitig austauschen.

Möglich machen es die Avatars, die virtuellen Figuren, mit denen sich die User online in Second Life bewegen. «Lernen in Second Life bietet eine ganze Reihe von Vorteilen», ist Spezialist Bruno Mettler von Pedro Meya Marty überzeugt. «Wir haben schon Vorträge in Second Life veranstaltet. Das hat den grossen Vorteil, dass sowohl der Dozent als auch die Studenten nicht herumreisen müssen, sondern irgendwo dabei sein können.»

Die Vorzüge von Second Life sind in der Bildungswelt unbestritten, beispielsweise beim Lernen von Sprachen. Hier sind Geschichten besonders wich­tig: Man geht ins Café oder in einen Laden und übt dort seine Sprachkenntnisse. Im dreidimensionalen Raum von Second Life kann man diese Situationen direkt tes­ten. «Besonders lehrreich wird es, wenn jemand mit der jeweiligen Muttersprache dabei ist», weiss Bruno Mettler. Ein weiterer Vorteil ist, dass Second Life, ähnlich wie Computerspiele, die so genannte Immersion auslöst. Man steigt in ein Programm ein, und plötzlich sind zwei Stunden vergangen, ohne dass man dies bemerkt hat. Dieser Realitätsverlust ist beim Lernen sehr erwünscht und wirkt sich positiv auf den Erfolg aus.

Trotz der Vorteile und des Potenzials, das Second Life gerade im Bildungsbereich hat, ist die Zahl der Angebote bisher beschränkt. Der Zugang zu Second Life ist wohl noch zu aufwendig, um es zu einem Massenphänomen zu machen: Kontos und Avatars einrichten und sich mit ihnen in der virtuellen Welt bewegen, sind nicht jedermanns Sache. Es sind vor allem grosse Bildungsinstitutionen wie Universitäten und Fachhochschulen, welche die virtuelle Welt nutzen.» Second-Life-Bildungsprojekte haben wir mit den Fachhochschulen Nordwestschweiz und Zentralschweiz verwirklicht, erzählt Bruno Mettler. «Mit gutem Erfolg: Wir haben dreidimensionale Klassenräume eingerichtet oder eine virtuelle Modeschau veranstaltet.»

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