Gewaltexzesse: Secondos planen Bericht über gefährliche Clubs
Aktualisiert

GewaltexzesseSecondos planen Bericht über gefährliche Clubs

Nach rassistischen Einlasskontrollen und Gewaltexzessen in und vor Clubs handelt Second@s Plus: Die Partei erstellt einen Bericht über die gefährlichsten Clubs.

von
Nico Menzato

Der Tod von Michi R. (17) vor dem Zürcher Club Q vor gut zwei Wochen war der tragische Höhepunkt einer langen Liste von Gewalttaten im Nacht­leben. Und er brachte das Fass für die Partei Second@s Plus zum Überlaufen. «Wir fordern, dass die Betreiber vermehrt in die Pflicht genommen werden, dass sie sich darum kümmern, was sich in und auf dem Areal des Clubs ereignet», sagt Vizepräsident Ivica Petrušic. Deshalb wurde heute die Website www.fair-clubbing.ch aufgeschaltet. Personen aus der ganzen Schweiz sollen darauf in allen Details berichten, in welcher Lokalität es zu Gewalttätigkeiten kommt.

Auch diskriminierende Einlassverweigerungen sollen Betroffene rapportieren. «Wir werden all diese Meldungen sammeln, anonymisieren, den Wahrheitsgehalt prüfen und die Vorfälle in einer Liste und ­einem Bericht zuhanden der Kantonsregierungen zusammenfassen», so Petrušic. Die friedlichen und fairen Clubs würden mit einem Fair-Clubbing-Award ausgezeichnet.

Die geplante Gewalt- und Rassismusliste ist im beschränkten Rahmen ein Ersatz für die so genannte Crime-Map, die alle Delikte erfasst, räumlich zuordnet und via Karte visualisiert. Sie ist in Grossstädten inzwischen Stand­ard, Schweizer Kantone verzichten jedoch auf deren Erstellung – oder wie etwa die Stadt Zürich auf deren Veröffentlichung.

«Wir werden die Infos auf der Website mit Interesse verfolgen», sagt Stapo-Medienchef Marco Cortesi. Es werde für die Betreiber aber schwierig sein, die geschilderten ­Vorfälle ohne polizeiliche Abklärungen richtig einordnen zu können.

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