05.06.2014 06:33

Knatsch in Zürich

Security bewacht im X-Tra die GV des Quartiervereins

Damit keine ungebetenen Gäste die GV des Quartiervereins im Zürcher Kreis 5 stören, sorgten Securitys für Ordnung. Grund dafür ist ein Konflikt mit potenziellen Neumitgliedern.

von
rom

Es war eine fast ganz normale Generalversammlung des Quartiervereins Zürich 5 Industrie. 34 Mitglieder notierten am Mittwochabend die Stimmenzähler im Restaurant X-Tra. Präsident Helmuth Werner, 20 Jahre im Amt, präsentierte seinen ausführlichen Jahresbericht. Man sah Fotos an die Wand projiziert von der Kinderfasnacht, vom Räbeliechtli-Umzug und vom Vereinsausflug nach St. Gallen – Menü dort: Braten mit Gemüsebouquet und lila gefärbtem Härdöpfelstock. Werner kommentierte mit Witz, die mehrheitlich ergrauten Zuhörer klatschten, die Stimmung war gut.

Diese kippte erst, als ein Neumitglied kritische Fragen zum Budget und zu Neumitgliedern im Allgemeinen stellte. Da kamen von den langjährigen Mitgliedern plötzlich Zwischenrufe wie «dänn gib Rueh!» oder «da draussen stehen Leute mit Ringli im Ohr und Ordner unter dem Arm und wollen uns übernehmen.» Damit waren die gut ein Dutzend potenziellen Neumitglieder gemeint, die vor dem X-Tra Einlass an die GV forderten, um ihre Meinung kundzutun – jedoch von zwei Securitys abgewiesen wurden. Es waren jene Leute rund um den Röntgenblick-Chefredaktor Mischa Froidevaux, die zum Teil seit Wochen versuchen, in den Verein einzutreten, bisher jedoch abblitzten.

«Reden können viele, zupacken nicht»

Laut Thomas Zeller, Vizepräsident des Quartiervereins, hat man die Security vorsichtshalber aufgeboten: «Wir haben im Vorfeld vernommen, dass einige der Interessenten auftauchen werden – doch wir sind ein privatrechtlich organisierter Verein und Zutritt zur GV erhalten nur Mitglieder.» Also mussten Froidevaux und die restlichen Neuanwärter draussen bleiben. Sie verpassten nicht nur den Jahresbericht des Präsidenten, sondern auch dessen Bestätigung im Amt für zwei weitere Jahre – bis auf eine Enthaltung waren alle Mitglieder unter tosendem Applaus dafür.

Helmuth Werner freute sich darüber und betonte, man solle die ganze Angelegenheit nicht zu sehr aufbauschen. Grundsätzlich seien Neumitglieder willkommen: «Doch wir prüfen dies seriös und machen keine Hauruck-Übungen so kurz vor der GV.» Zudem solle, wer bei ihnen eintrete, zuerst etwas leisten – etwa einen Wagen schieben am Fasnachtsumzug. «Reden können viele, doch zupacken nicht», findet Werner. «Zudem habe ich den Verdacht, dass es die Neuen vor allem aufs Geld abgesehen haben.» Das Vereinsvermögen betrug per 1. Januar fast 36'000 Franken.

Neu mit Aufnahmekommission

Damit sich die Lage wieder beruhigt, will der Quartierverein neu eine Aufnahmekommission einsetzen. Diese entscheidet dann über die Eintritte. «Wir haben zurzeit 14 Anmeldungen, diese werden auf jeden Fall behandelt», sagte Vizepräsident Zeller. «Bis zur nächsten GV haben wir ja nun genügend Zeit.» Bis dann will man auch neue, junge Vorstandsmitglieder aufstellen. Man hat bereits zwei Anwärter aus den eigenen Reihen – darunter ist Stefan Urech, der für die SVP seit Mai im Stadtparlament sitzt.

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