Buchs SG: Security-Mann kann mit milderer Strafe rechnen
Aktualisiert

Buchs SGSecurity-Mann kann mit milderer Strafe rechnen

Das Kantonsgericht St. Gallen muss im Fall des Sicherheitsangestellten eines Clubs nochmals über die Bücher. So will es das Bundesgericht.

Das Bundesgericht in Lausanne.

Das Bundesgericht in Lausanne.

Keystone/Christian Brun

Gemäss Bundesgericht hat das St. Galler Kantonsgericht die Strafe für den Tatbeitrag des Mannes im Vergleich zu den anderen Beteiligten zu hoch angesetzt. Der Serbe hatte sich 2011 an einem Angriff auf einen Besucher beteiligt.

Das Kantonsgericht hatte den Security-Mann, der damals ohne Bewilligung im Club in Buchs SG arbeitete, wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Angriffs und weiterer Straftaten zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten und einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 20 Franken verurteilt.

Der Täter hatte einen Clubbesucher nach draussen gezerrt, wo er und fünf weitere Männer mit Fäusten und Fusstritten auf das Opfer einschlugen. Selbst als dieses regungslos am Boden lag, prügelten drei der Beteiligten weiter auf das Opfer ein. Es erlitt zahllose Prellungen, eine Zahn- und Nasenfraktur, eine Gehirnerschütterung und eine bleibende Augenverletzung.

Tatumstände zu wenig berücksichtigt

Der Beschwerdeführer hatte das Opfer festgehalten, aber nicht selbst zugeschlagen. Im Laufe des Übergriffs versuchte er, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Er entfernte sich dann vom Tatort.

Das Bundesgericht hält in einem am Donnerstag publizierten Urteil fest, dass das Kantonsgericht diese Tatumstände im Rahmen der Strafzumessung zu wenig berücksichtigt habe.

Versuchte vorsätzliche Tötung

Zwei der Mittäter hatten die erstinstanzlichen Urteile akzeptiert. Der Ältere wurde zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verurteilt. Der Jüngere fiel noch unter das Jugendstrafrecht und erhielt einen Freiheitsentzug von 27 Monaten.

Drei weitere Täter wurden vom Kantonsgericht zu Freiheitsstrafen von drei Jahren und vier Monaten und sechs Jahren und drei Monaten verurteilt - Letzterer wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. Der dritte erhielt eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten.

Erstinstanzlich waren die drei Männer zu höheren Strafen verurteilt worden. Nur beim Beschwerdeführer hatte das Kantonsgericht die bedingte Strafe von 18 Monaten auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten erhöht. (sda)

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