«Schlimme Anfeindungen» - Security muss nach Zertifikatspflicht Fitnesspersonal beschützen
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«Schlimme Anfeindungen»Security muss nach Zertifikatspflicht Fitnesspersonal beschützen

Die Kontrolle des Zertifikats bringe das Personal ans Limit, so der Verband IG Fitness. An einzelnen Standorten brauche es mittlerweile gar Sicherheitspersonal.

von
Daniel Krähenbühl
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Grosser Unmut bei Kundinnen und Kunden ohne Zertifikat. 

Grosser Unmut bei Kundinnen und Kunden ohne Zertifikat.

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Mitarbeitende sowie Kundinnen und Kunden müssen an einigen Standorten durch Sicherheitspersonal geschützt werden. 

Mitarbeitende sowie Kundinnen und Kunden müssen an einigen Standorten durch Sicherheitspersonal geschützt werden.

Unsplash/Andrew Valdivia
Den Mitarbeitenden gehe das an die Substanz. 

Den Mitarbeitenden gehe das an die Substanz.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Seit der Einführung der Zertifikatspflicht in Fitnesscentern wird das Fitnesspersonal heftig angefeindet, so der Verband IG Fitness Schweiz.

  • Sogar Security wird benötigt, um Mitarbeitende und Kundschaft zu beschützen.

  • Der Fitnessverband klagt über hohe Mehrkosten – und fordert vom Bund eine Entschädigung.

Das Fitnesspersonal wird angefeindet, unter Druck gesetzt, beschimpft: Wie der Schweizer Fitnessverband IG Fitness schreibt, bringe die Ausweitung der Zertifikatspflicht auf Fitnesscenter einige Probleme mit sich. «Mitarbeitende bekommen das volle Unverständnis und den Unmut der Zertifikats- oder Impfgegner und Corona-Leugner zu spüren», sagt Roger Erni, Geschäftsführer von swiss active – IG Fitness Schweiz. Da sei von «Hygiene-Faschismus» und «Medizinal-Rassismus» die Rede oder Vorwürfe, die Mitarbeitenden würden sich zu «Handlangern eines Systems machen, das mit der Pharmabranche unter einer Decke steckt».

An einzelnen Standorten habe man Mitarbeitende sowie Kundinnen und Kunden durch Sicherheitspersonal schützen müssen, so Erni. «Viele sind am Limit, immer mehr halten die Belastung und die Anfeindungen nicht aus und kündigen.» Auch Sitzstreiks von Protestierenden am Eingang zu Fitnesszentren habe es schon gegeben. Die Motivation und Freude, Menschen bei der Umsetzung eines gesunden Lebensstils zu unterstützen, leide stark unter dem Frust aufgrund der schlimmen Anfeindungen.

Verband fordert Entschädigungszahlungen vom Bund

Der Verband stehe hinter der vom Bundesrat verordneten Zertifikatspflicht, sagt Erni. «Diese macht das Trainieren damit noch sicherer.» Probleme gebe es jedoch bei der Umsetzung: So verursache die Einführung der 3G-Regel hohe Kosten – nicht nur durch den Einsatz des Sicherheitspersonals. Durch die Kontrolle und Registrierung der Zertifikate und den technischen und administrativen Aufwand für die Überwachung ihrer Gültigkeit würden hohe Mehrkosten entstehen. IG Fitness Schweiz fordert nun vom Bund finanzielle Entschädigung für den Mehraufwand, «um Insolvenzen und den massiven Verlust von Arbeitsplätzen» vermeiden zu können.

«Mein Fitnessstudio ist komplett leer»: Donatella Palmieri berichtet nach der Einführung der Zertifikatspflicht aus ihrem Gym.

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