Kalifornien: Security-Roboter fährt Kleinkind über den Haufen
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KalifornienSecurity-Roboter fährt Kleinkind über den Haufen

Eine Mutter und ihr Sohn spazieren durch ein Einkaufszentrum in Kalifornien. Plötzlich wird das Kind von einem Security-Roboter umgefahren.

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Der Knightscope-Roboter im Einsatz: Der Blechpolizist wird seit Ende Mai 2016 in mehreren US-Shopping-Malls eingesetzt. Am 7. Juli 2016 kam es jedoch im Stanford Shopping Center zu einem Vorfall: Ein Roboter fuhr ein Kind über den Haufen.

Der Knightscope-Roboter im Einsatz: Der Blechpolizist wird seit Ende Mai 2016 in mehreren US-Shopping-Malls eingesetzt. Am 7. Juli 2016 kam es jedoch im Stanford Shopping Center zu einem Vorfall: Ein Roboter fuhr ein Kind über den Haufen.

Knightscope / Stacy Stephens
Der Roboter sollte die menschlichen Sicherheitskräfte unterstützen.

Der Roboter sollte die menschlichen Sicherheitskräfte unterstützen.

Knightscope / Stacy Stephens
So ist der K5, der aussieht wie ein überdimensionaler Salzstreuer, ...

So ist der K5, der aussieht wie ein überdimensionaler Salzstreuer, ...

Knightscope / Stacy Stephens

Die Eltern des 16 Monate alten Harwin Cheng sind stocksauer: Vergangenen Donnerstag spazierte Tiffany Teng mit ihrem Sohn durch das Stanford Shopping Center in Kalifornien, als ein 140 Kilogramm schwerer und 150 Zentimeter grosser Roboter mit dem Kind zusammestiess. Die Maschine stiess Harwin um und verletzte ihn am Kopf. Dann fuhr der Roboter über den Fuss des Kleinen, obwohl dieser schon mit dem Gesicht am Boden lag.

Jetzt will die besorgte Mutter andere Eltern vorwarnen. Die Roboter seien gefährlich, meint sie. «Ich weiss nicht, ob ich jemals in dieses Einkaufszentrum zurückkehren werde», sagte Teng zu «Mercury News».

Gesichter, Autonummern, Bewegungen – alles wird erfasst

Die Roboter vom Typ K5 der Firma Knightscope sind in Stanford seit rund einem Monat im Einsatz. Die Blechpolizisten überwachen die Gänge und den Parkplatz der Mall. Sie sind zwar unbewaffnet, melden jedoch jede kleinste Auffälligkeit den menschlichen Wächtern im Kontrollraum. Die K5-Roboter sind mit Kameras und Sensoren ausgestattet.

Sie können die Gesichter der Kunden scannen, ungewöhnliche Geräusche und Temperaturveränderung wahrnehmen. Auf dem Parkplatz erfassen die Kameras des K5 vor allem die Nummernschildern der Autos. Diese sind laut der Mitgründer von Knightscope, Stacy Stephens, in drei Gruppen unterteilt: Jene auf der schwarzen Liste, jene auf der grauen Liste und die Unauffälligen. Die Autonummern auf der grauen und schwarzen Liste werden sofort gemeldet.

Gross, damit sie nicht gestohlen werden

Dass die Roboter so gross gebaut werden, hat einen Grund, erklärt Stephens dem «San Francisco Chronicle»: «Wir haben die Technologie, um sie viel kleiner zu machen, aber dann würden sie sehr wahrscheinlich von den Leuten geklaut werden.»

Nach dem Zwischenfall im Kaufhaus hat das Unternehmen alle K5 wieder ins Labor zurückgeholt. Offenbar hatten die Sensoren den kleinen Jungen nicht bemerkt. «Vielleicht sollten sie mehr Sensoren einbauen. Oder vielleicht ist der Roboter defekt», mutmasst ein Kunde gegenüber ABC News. Tiffany Teng erzählte dem Sender, ein Wachmann habe ihr erzählt, dass es nicht der erste Unfall mit einem Kind gewesen sei. Tage zuvor hatte derselbe K5 schon ein anderes Kind überfahren.

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