Bergsturz in Bondo GR: Security schützen das Dorf vor Plünderern
Aktualisiert

Bergsturz in Bondo GRSecurity schützen das Dorf vor Plünderern

Das Dorf Bondo GR wartet auf den nächsten Felssturz. In der Nacht schützen Sicherheitsleute die Häuser der evakuierten Bewohner.

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J. Furer / S. Ehrbar

Am Sonntagmorgen fahren in Bondo GR wieder die Bagger auf. (Video: jen/ehs)

Die Retter suchen im Bergsturzgebiet bei Bondo im Bergell nicht mehr nach den acht vermissten Wanderern. Das Dorf selbst ist derweil immer noch evakuiert. In der Nacht schützen jetzt Sicherheitsleute den Ort. Sie sollen verhindern, dass sich Leute ins Gefahrengebiet begeben, aber auch mögliche Plünderer abhalten, wie 20 Minuten vor Ort erfahren hat.

Die ganze Nacht hindurch beobachten zudem Sicherheits- und Feuerwehrleute sowie Gemeindeangestellte den Berg. «Es kommt noch was», sagt ein Security-Mann zu 20 Minuten. Er beobachtet permanent die Stromleitungen. «Sobald sie sich bewegen, ist das ein Anzeichen für den nächsten Murgang.»

Bereits 2015 warnten die Behörden

Ins Dorf zurück darf vorerst niemand. Dies gilt auch für Bewohner, deren Haus in der grünen Zone steht. Morgens um 7 Uhr starteten die Aufräumarbeiten wieder. Bagger laden die ins Dorf gespülten Massen aus Steinen, Wasser und Erde auf mehrere Muldenkipper.

Mittlerweile prüft die Staatsanwaltschaft, ob vor dem Unglück genügend auf die Gefahr hingewiesen wurde. Bereits am 21. Juli 2015 sagte Martin Keiser, Regionalforstingenieur bei der Gefahrenkommisssion 3 des Kantons Graubünden der «Engadiner Post», dass rund 3,7 Millionen Kubikmeter Fels in Bewegung seien. Der Fachmann vom Amt für Wald und Naturgefahren prognostizierte, dass ein Teil dieser instabilen Felsmasse in den kommenden Jahren als Bergsturz in der Grössenordnung von 2,2 Millionen Kubikmeter niedergehe.

Beinahe täglich gingen Felsbrocken nieder

Nach dem grossen Abbruch im Jahr 2011 gingen in den Jahren vor 2015 zahlreiche Nachstürze nieder. Beinahe täglich seien seither Steine und grössere Felsbrocken niedergegangen, schrieb die Zeitung. Verbindungswege zwischen zwei Hütten wurden darauf gesperrt, zahlreiche Infoplakate warnen vor der Gefahrenlage. Zudem wurde eine ausgeklügelte Warnanlage installiert.

Tatsächlich sind nun rund 4 Millionen Kubikmeter Masse am Mittwoch heruntergekommen, wie Martin Keiser am Donnerstag sagte. Dies sei an der oberen Grenze, dessen, was erwartet wurde. Eine weitere Million sei noch in Bewegung. Diese drohende Gefahr ist der Grund, weshalb die Bewohner auch am Sonntag noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren dürfen und Sicherheitsleute die Stromleitungen beobachten.

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