Ungesichert stehen lassen: Security verliert Schweizer 15-Millionen-Schmuck
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Ungesichert stehen lassenSecurity verliert Schweizer 15-Millionen-Schmuck

Ein Sicherheitsmann brachte Schmuck des Schweizer Uhrenherstellers Chopard einem Promi zum Anprobieren. Danach liess er die wertvolle Fracht unbewacht im Auto. Ein Fehler.

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vro
15 Millionen Dollar teurer Schmuck von Chopard wurde aus dem Auto des Sicherheitsmannes gestohlen.

15 Millionen Dollar teurer Schmuck von Chopard wurde aus dem Auto des Sicherheitsmannes gestohlen.

Keystone/Steffen Schmidt

Bei den Grammy Awards zeigen die Reichen und Berühmten, was sie haben. Zum Outfit gehören stets auch teure Accessoires. Klar, dass der Anlass auch für Schmuckhersteller äusserst lukrativ sein kann. Das Schweizer Uhrenlabel Chopard hat in diesem Jahr allerdings einen herben Rückschlag erlitten. Schuld daran ist ein externer Sicherheitsmann, der im Februar Schmuck im Wert von 15 Millionen Dollar (knapp 14,8 Millionen Franken) einem Promi in Los Angeles zum Anprobieren bringen sollte, schreibt die «New York Post».

Insgesamt 53 Schmuckstücke enthielt die Fracht, die vom Mitarbeiter von Ferrari Express in einem Van transportiert wurde. Das Unternehmen hat sich auf den Transport von wertvoller Fracht wie Schmuck und Edelsteinen spezialisiert. Doch anstatt dass der Mann den zurückgewiesenen Schmuck wie vereinbart in ein sicheres Schliessfach brachte, liess er ihn in seinem Fahrzeug an einer Strasse in der Nähe seines Hauses. Und das über Nacht, kaum gesichert und in einem Viertel, wo Autodiebstähle üblich seien, schreibt die Zeitung.

Chopard verklagt Ferrari Express

Es kam, wie es kommen musste: Der Van wurde über Nacht geklaut. Wenige Tage später wurde er gefunden, doch vom Schmuck fehlte jede Spur. Das Sicherheitsunternehmen hatte laut Gerichtsakten verschwiegen, dass sich im Innern des Fahrzeugs etwas Wertvolles befindet.

Die Folge: «Chopard, das Schweizer Luxusuhren- und Schmucklabel, sah sich gezwungen, gegen Ferrari Express Inc. zu klagen, da Ferrari Unikate von feinstem Schmuck im Wert von Millionen von Dollar verloren hat», sagte der Anwalt von Chopard im Rahmen der Verhandlung vor dem Manhattan Supreme Court. «Ferrari hat es versäumt, Chopard für den Fehler bei der Sicherung von Chopards Eigentum zu entschädigen.»

Schweigen bei Ferrari Express

Der Schmuckhersteller habe dem Unternehmen drei schriftliche Aufforderungen geschickt, das Geld zu ersetzen. Eine Antwort sei nie gekommen. Auch auf Anfrage der Zeitung reagierten die Anwälte des Sicherheitsunternehmens nicht.

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