Aktualisiert 23.08.2005 05:44

Seen steigen weiter an - Aare-Brücke weggerissen

Die Pegel der Seen im Kanton Bern steigen weiter an, die Aare verharrt auf hohem Niveau. In der vergangenen Nacht hat der Fluss bei Wangen an der Aare eine Brücke weggerissen.

Der Bielersee hat am Dienstag die Schadengrenze überschritten und liegt mit 430,65 Metern bereits 30 Zentimeter über dem Höchstwert von 1999, wie das Amt für Information mitteilte. Pro Stunde steigt der Bielersee um 5 Zentimeter an.Der bisherige Höchstwert nach Vollendung der Juragewässerkorrektion wurde 1973 mit 430,27 Metern gemessen.

In Biel hat das Wasser Teile der Hafenanlage und Promenade überflutet. Eine Schule und ein Restaurant in Seenähe sind von dem steigenden Wasser bedroht. Zum Schutz der Einrichtungen waren bis zum Morgengrauen keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur sda.

Der erhöhte Seespiegel könnte das Abfliessen der Suze in den See beeinträchtigen, dies könne wiederum zu Überflutungen der See angrenzenden Zonen führen.

Da der Neuenburgersee tiefer liegt, kann zur Zeit viel Wasser vom Bieler- in den Neuenburgersee abfliessen. Sobald die Emme genügend rückläufig ist, wird der Abfluss aus dem Bielersee gesteigert, voraussichtlich im Verlauf des Vormittags.

Der Thunersee hat die Marke von 559,05 Metern erreicht. Der Pegel steigt weiter an, allerdings hat sich der Anstieg mit 2,5 Zentimetern pro Stunde merklich verlangsamt. Im Verlauf des Vormittags dürfte dennoch die Höchstmarke von 1999 erreicht werden (559,17 Meter).

Der Brienzersee liegt mit 430,65 Meter bereits 30 Zentimeter über dem Höchstwert von 1999. Der Seespiegel steigt pro Stunde um 5 Zentimeter an, eine Verlangsamung ist noch nicht festzustellen.

In Bern hat die Aare mit 600 Kubikmetern pro Sekunde fast das Niveau von 1999 erreicht (620 Kubikmeter). Der Abfluss bleibt nach wie vor hoch.

Bei den Überschwemmungen in Bern hat die Armee für Dienstag ihre Unterstützung zugesichert. Insgesamt werden 150 Militärangehörige die Rettungskräfte unterstützen, wie die Stadtpolizei Bern mitteilte. Es sind dies eine Artillerie- Abteilung, ein Zug eines Katastrophenhilfe-Verbands sowie ein Zug der Genie-Rekrutenschule Brugg mit drei Übersetzbooten.

Beim Waffenplatz Wangen hat die Aare in der Nacht auf Montag eine Brücke wegggerissen. Zuvor hatte sich an den Pfeilern immer mehr Schwemmholz gestaut.

Die Militärbrücke, die auch dem zivilen Durchgangsverkehr diente, wurde von der Aare gegen 23.30 Uhr wegggerissen, wie der Aarwangener Regierungsstatthalter Martin Lerch auf Anfrage sagte.

Das unterhalb gelegene Kraftwerk Bannwil passierten die Trümmer laut Lerch relativ problemlos. Bei der Aarebrücke in Aarwangen kam es jedoch erneut zu einem Rückstau. Es musste ein 40-Tonnen-Kran aufgeboten werden, um den freien Durchfluss der Aare wieder herzustellen. Um fünf Uhr morgens konnte die Brücke in Aarwangen wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Entspannt hat sich die Situation laut Lerch bei der alten Brücke in Wangen und bei der Berkenbrücke.

An der Saane gehen die Wassermassen zurück. Das Maximum lag inklusive Entlastung des Schiffenensees bei 870 Kubikmetern pro Sekunde.

(sda)

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