Aktualisiert 05.07.2012 11:19

Bielersee-DramaSeeraser wird wohl angeklagt

Vor bald zwei Jahren wurde Angela A. von einem Motorboot überfahren und getötet. Jetzt steht die Strafuntersuchung vor dem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es zu einer Anklage kommt.

von
feb

Am 11. Juli 2010 verlor Stephan F. seine Freundin Angela A. - sie starb beim tragischen Bootsunglück auf dem Bielersee. Nun, bald zwei Jahre nach dem Drama, gelangt die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland mit einem Schreiben an die Medien. Auch das letzte der in Auftrag gegebenen externen Gutachten sei jetzt erstellt, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Ende Juli werde nun der der Tat verdächtigte Bootsführer U.T. ein letztes Mal vernommen. Dann erhalte dieser eine Frist, um allfällige letzte Beweisanträge zu stellen.

Obwohl die Staatsanwaltschaft derzeit von einer Anklage ausgehe, entscheide die zuständige Staatsanwältin erst am Ende des Verfahrens, ob sie den heute 75-jährigen Verdächtigten U.T. effektiv anklage. Das sagte der Sprecher der genannten Staatsanwaltschaft, Pascal Flotron, auf Anfrage.

Das Verfahren wurde mehrmals verzögert

Verzögert wurde das Verfahren, weil die Gutachten laut der Mitteilung teilweise «extrem komplexe» Fragen zu beantworten hatten. Deshalb verzögerte sich der Abschluss von einem der Gutachten immer wieder. Die Anklage werde nicht vor Ende September erfolgen, heisst es in der Mitteilung.

Am 11. Juli 2010 überfuhr ein Boot im Bielersee die 24-jährige Angela A. Deren Beine wurden von der Motorschraube der Jacht zerfetzt. Ihr Begleiter blieb unverletzt. Sie waren auf einem kleinen Gummiboot von der St. Petersinsel unterwegs in Richtung Lüscherz gewesen und sprangen ins Wasser, als sich das Boot näherte und nicht auswich.

Mutmasslicher Täter fuhr einfach weiter

Während die Frau verblutete, fuhr der Motorbootfahrer weiter, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Der mutmassliche Täter U.T. betonte stets, er habe bei der Bootsfahrt nichts Aussergewöhnliches bemerkt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Nach dem Unfall fahndete die Polizei tagelang nach dem flüchtigen Bootsführer. Aus der Bevölkerung gingen Hunderte von Hinweisen ein. Ende Juli 2010 teilten die Behörden mit, ein 74-jähriger Rentner aus der Region stehe unter dringendem Tatverdacht.

Das Boot des Mannes wurde beschlagnahmt. Die Suche nach Spuren des Opfers am Boot gestalteten sich schwierig.

(feb/sda)

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