Aktualisiert 27.10.2009 06:45

Neue NBA-SaisonSefolosha will eine Leaderrolle übernehmen

Thabo Sefolosha hat bei den Oklahoma City Thunder zu Saisonbeginn keinen Stammplatz. Dennoch lobt Coach Scott Brooks seine Fähigkeiten und fordert, dass Sefolosha seine Mitspieler antreibt.

Der Waadtländer Thabo Sefolosha startet in der Nacht auf Donnerstag mit den Oklahoma City Thunder, die zuhause gegen die Sacramento Kings spielen, zu seiner vierten Saison in der NBA. Der 25-jährige Sefolosha steht vor seiner ersten kompletten Saison mit dem Klub aus der 1,2-Millionen-Stadt Oklahoma City, zu dem er Mitte Februar von den Chicago Bulls transferiert worden ist. Zu hoffen ist, dass der Meisterschaftsbeginn für die bis vor einem Jahr in Seattle (als SuperSonics) beheimatete Franchise besser ausfällt als aufgrund der Vorbereitung erwartet werden darf. Nur gerade zwei von sieben Testspielen konnte Oklahoma gewinnen, zum Abschluss letzten Donnerstag resultierte gegen Auftaktgegner Sacramento eine 89:104-Niederlage.

Nach seinem Transfer gegen Ende der vergangenen Saison hatte Sefolosha viel mehr Spielzeit als bei den Bulls erhalten und war entsprechend aufgeblüht. «Der Trainer sieht, dass ich in jedem Training hart arbeite. Er erwartet von mir, dass ich die anderen Spieler antreibe», so Sefolosha, der sich zumindest «in der Kabine» in einer Leaderrolle sieht, da der Grossteil des Teams extrem jung ist. Mit Kevin Durant (21), Jeff Green (23), Russell Westbrook (20) sowie den Rookies Serge Ibaka (20) und James Harden (20) ist Oklahoma zwar reich an Talent, aber (noch) arm an Erfahrung.

In der Vorbereitung lieferte Sefolosha - der erste und nach wie vor einzige Schweizer in der NBA - seinem Trainer Scott Brooks aber noch (zu) wenige Argumente dafür, dass er dauerhaft einen Platz in der Stamm-Fünf verdient hat. Der anfänglich wegen Nackenproblemen noch handicapierte Waadtländer aus Vevey, dessen Vertrag (Verdienst: rund drei Millionen Franken) nur noch bis nächsten Sommer läuft, erreichte noch nicht Normalform.

Keine Playoff-Erwartungen

Dass der 2,01 m grosse Sefolosha nicht der Spieler ist, der für die Punkte sorgt, ist den Verantwortlichen des Klubs aus dem streng konservativen Staat nördlich von Texas klar. Doch ein einziger erfolgreicher Wurf bei neun Versuchen wie am letzten Donnerstag im Testspiel gegen die Kings sind zu wenig. Zwei Tage zuvor gegen San Antonio hatte Sefolosha in 27 Spielminuten mit keinem seiner sechs Würfe getroffen.

«Thabos Fähigkeiten im defensiven Bereich und seine Energie sind für die Mannschaft extrem wertvoll», lobt Coach Brooks den Schweizer trotzdem. «Wenn ich viel Einsatzzeit erhalte, hängt das mit meiner Verteidigungsleistung zusammen. Aber klar, ich muss auch die offenen Würfe versenken», so Sefolosha, dessen Hauptkonkurrent auf der Guard-Position zumindest offensiv viel mehr überzeugen konnte. Dem Liganeuling Harden gelangen in der Vorbereitung im Durchschnitt über zwölf Punkte.

In der letzten Saison reichte es dem Donner (Thunder) aus dem Süden in 82 Qualifikationsspielen nur zu 23 Siegen, was die viertschlechteste Bilanz unter den 30 NBA-Teams bedeutete. Dass Oklahoma schon in dieser Saison die Playoffs (ab 17. April) erreicht, ist wenig wahrscheinlich. «Die Klubführung hat keine fixen Ziele definiert», so Sefolosha. Vielmehr werden der Mannschaft gute Zukunftsaussichten attestiert.

(si)

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