Segen für homosexuelle Paare
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Segen für homosexuelle Paare

Die Nationalsynode der Christkatholischen Kirche hat eine entsprechende Empfehlung der Kommission «Homosexualität und Kirche» mit grosser Mehrheit gutgeheissen.

Dem Schlussbericht der Kommission wurde mit 76 gegen 2 Nein bei 5 Enthaltungen zugestimmt. Die Christkatholische Kirche ist damit die erste Landeskirche der Schweiz, die offiziell homosexuelle Paare als gleichberechtigte Glieder der Kirche anerkennt.

Mit dem Beschluss der Synode wird am Sakrament der Ehe nicht gerüttelt. Dieses bleibt weiterhin der traditionellen Partnerschaft von Frau und Mann vorbehalten. Die Einsegnung für Menschen in nicht- ehelichen Lebensformen soll sich deshalb klar vom Eheritus unterscheiden.

Zwei verschiedene Rituale

Die Kommission «Homosexualität und Kiche» hat für homosexuelle Paare ein liturgisches Formular erarbeit, das zwei verschiedene Segensrituale für gleichgeschlechtliche Paare vorsieht. Die Segnung kann entweder im privaten Rahmen oder während des Gottesdienstes gefeiert werden.

Überdies dürfen homosexuelle Menschen auch pastoral tätig sein. Die sexuelle Präverenz sei für sich allein kein entscheidendes Kriterium, um sie davon auszuschliessen, heisst es im Schlussbericht der Kommission.

Wichtig sei jedoch, dass beim kirchlichen Einsatz von Geistlichen, die in einer homosexuellen Gemeinschaft leben, «mit pastoraler Klugheit vorgegangen wird». Insbesondere müsse diese Lebensform von der Kirchgemeinde akzeptiert werden.

Homosexuelle sind Tatsache

Nach Bischof Fritz-René Müller sind homosexuelle Menschen innerhalb der Kirche eine Tatsache. Wer damit Mühe habe, müsse jeden Tag zu Gott beten, dass dieses Phänomen verschwinde. Müller geht allerdings nicht davon aus, dass es in den nächsten Jahren viele Segnungen von homosexuellen Paaren geben wird.

Mit der Segnung von homosexuellen Paaren lehne sich die Christkatholische Kirche weit aus dem Fenster, wurde an der Nationalsynode eingeräumt. Es bestehe die Gefahr der «ökumenischen Isolation».

Eine Mehrheit der Kirchen stehe der Segnung und Ordination von homosexuellen Menschen ablehnend gegenüber. Dies gelte auch für die mit den Christkatholiken eng verbundenen anglikanischen und orthodoxen Kirchen.

Nachwuchsproblem lösen

Überwiesen wurde von den Synodalen ein Antrag auf Verkürzung der Ausbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer. Bis zur nächsten Synode im Juni 07 in Schaffhausen soll der Kirchenrat eine entsprechende Ausbildungsverordnung ausarbeiten. Die Christdemokraten reagieren damit auf das Nachwuchsproblem.

Wie Bischof Fritz-René Müller feststellte, werden in den nächsten fünf Jahren von den 31 aktiv im Kirchendienst tätigen Geistlichen deren 10 das Pensionsalter erreichen. Auf die Frage, wie junge Leute für das Theologiestudium gewonnen werden können, müsse möglichst schnell eine Antwort gefunden werden.

(sda)

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