Ségolène Royal steigt ins Rennen
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Ségolène Royal steigt ins Rennen

Die Favoritin der französischen Sozialisten für die Präsidentschaftskandidatur Ségolène Royal hat ihre Kandidatur offiziell erklärt. Neben Royal wollen vermutlich mindestens noch drei weitere Sozialisten ins Rennen gehen.

«Ja, ich akzeptiere diese Mission», sagte die 53-jährige Royal am Freitagabend vor Parteifreunden in Vitrolles in Südfrankreich. Sie hoffe, dass die Franzosen bei der Präsidentenwahl im Frühjahr ihr das Vertrauen schenkten.

Royal ist derzeit Präsidentin der westfranzösischen Region Poitou-Charentes und sitzt als Abgeordnete im Parlament in Paris. Die frühere Umwelt- und Familieministerin hatte ihre Parteigenossen zuletzt mit Plänen geschockt, drastisch gegen die gestiegene Kriminalität vorzugehen.

Ausserdem rüttelt sie an einer der wichtigsten Errungenschaften ihrer Partei: der 35-Stunden-Woche. Die Politikerin ist für ihr kämpferisches und feministisches Auftreten bekannt.

Kritiker werfen ihr vor, sie sei ein politisches Leichtgewicht mit nur vagen politischen Idee. Ihre Befürworter loben die Mutter von vier Kindern für ihren Stil, der frischen Wind in die Partei bringe.

Für Brisanz dürfte sorgen, dass ihrem Lebenspartner, Parteichef Francois Hollande, ebenfalls Ambitionen für das Präsidentenamt nachgesagt werden. Offiziell als Kandidat beworben hat sich Hollande bislang aber nicht.

Strauss-Kahn, Fabius, Lang

Neben Royal will sich auch Ex-Wirtschafts- und Finanzminister Dominique Strauss-Kahn am 16. November den rund 200 000 Parteimitgliedern zur Wahl stellen.

«Ich bin Kandidat», sagte der 57-Jährige am Freitag in Sarcelles bei Paris. Der Wirtschaftsprofessor ist heute Abgeordneter des Départements Val-d'Oise in der Hauptstadtregion um Paris und vertritt einen eher sozialdemokratischen Kurs.

Bis Dienstag können noch weitere Kandidaten ihre parteiinterne Bewerbung abgeben. Die Ex-Premierminister Laurent Fabius und Ex- Kulturminister Jack Lang haben sich noch nicht geäussert, ob sie antreten wollen.

Überraschend zurückgezogen hatte sich am Donnerstag Ex- Premierminister Lionel Jospin, der als aussichtsreichster Anwärter nach Royal gegolten hatte.

Sarkozy und Chirac

Die Wahl für die Nachfolge von Staatspräsident Jacques Chirac findet im Mai nächsten Jahres statt. Auf Seiten der konservativen Regierungspartei UMP gilt Innenminister Nicolas Sarkozy als wahrscheinlicher Kandidat für die Nachfolge von Staatspräsident Jacques Chirac, dessen zweites Mandat im Mai 2007 endet.

Die UMP will ihren Kandidaten Mitte Januar bestimmen. Auch Chirac schloss bislang nicht aus, erneut anzutreten. Seinen Entscheid will der 73-Jährige bis Ende März bekannt geben. (sda)

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