Steigende Energiepreise: «Sehr belastend» – so viel Strom verschlingt ein Grosskonzert 

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Steigende Energiepreise«Sehr belastend» – so viel Strom verschlingt ein Grosskonzert 

Die steigenden Strompreise stellen auch für Veranstalter von Grossanlässen ein Problem dar.  Locationanbieter versuchen, mit Stromsparmassnahmen dagegenzuhalten. Luft nach oben gibt es aber noch. 

von
Katja Fässler
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Nach langer Corona-Pause endlich wieder Konzerte unbeschwert zu geniessen, war etwas, worüber sich diesen Sommer sowohl Musikfans als auch Veranstalter freuten: Die Ärzte in der Stockhorn-Arena in Thun. (Archivbild)

Nach langer Corona-Pause endlich wieder Konzerte unbeschwert zu geniessen, war etwas, worüber sich diesen Sommer sowohl Musikfans als auch Veranstalter freuten: Die Ärzte in der Stockhorn-Arena in Thun. (Archivbild)

20min/Matthias Spicher
Doch mit der Energiekrise steht bereits das nächste Problem vor der Tür, denn die Stromkosten bei Events und Konzerten sind enorm: Aufnahme vom Imagine-Dragons-Konzert im Berner Wankdorf-Stadion. (9. Juni 2022)

Doch mit der Energiekrise steht bereits das nächste Problem vor der Tür, denn die Stromkosten bei Events und Konzerten sind enorm: Aufnahme vom Imagine-Dragons-Konzert im Berner Wankdorf-Stadion. (9. Juni 2022)

20min/Matthias Spicher
«Unser Strompreis hat sich nun verzehnfacht», sagt etwa Philipp Musshafen, CEO beim Hallenstadion Zürich.

«Unser Strompreis hat sich nun verzehnfacht», sagt etwa Philipp Musshafen, CEO beim Hallenstadion Zürich.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Die steigenden Strompreise zwingen die Gesellschaft zum Stromsparen.

  • Auch in der Eventbranche schlagen die Energiekosten zu Buche. 

  • Nachhaltigkeit wird nun gerade beim Veranstalten von Grosskonzerten immer wichtiger. 

Die Verteuerung der Strompreise macht nicht nur Privathaushalten und Unternehmen, sondern auch der Eventbranche zu schaffen. Denn gerade für Grosskonzerte wird einiges an Energie verbraucht. «Unser Strompreis hat sich nun verzehnfacht», sagt Philipp Musshafen, CEO beim Hallenstadion Zürich.

«Dieser extrem hohe Anstieg belastet uns sehr.» Seit Jahren sei man engagiert, den Energieverbrauch zu senken und die ökologische Nachhaltigkeit zu verbessern. Als Beispiel habe das Hallenstadion 2019 alle Pissoirs in Urimate umgewandelt, was jährlich circa vier Millionen Liter Wasser einspare. Die Umstellung auf LED sei ebenfalls ein laufender Prozess, der sich nun noch beschleunigen müsse. «Ich würde sagen, dass wir nun 80 bis 90 Prozent der Lampen auf LED umgerüstet haben», so Musshafen weiter. «Am Ende sind es aber die Künstler mit ihrer Show, welche einen recht grossen Teil des Stromverbrauchs verursachen.» 

Bis zu 5000 Franken pro Grosskonzert

Die Stromkosten eines Konzertes würden einerseits sehr von der Künstlerin oder vom Künstler und deren oder dessen Show abhängen, punkto Wärme für Energie andererseits auch von der Jahreszeit. Zwischen 3500 bis 7000 Kilowattstunden können für den reinen Eventstrom bei einem Grosskonzert verbraucht werden. Der Preis für den angegebenen Verbrauch beläuft sich laut Musshafen auf etwa 4000 bis 5000 Franken. Dabei handle es sich jedoch um eine grobe, nicht validierte Berechnung. 

LED gehöre im Hallenstadion Zürich schon lange zum Standard. Zudem gebe es kantonale Vorgaben, wie viel Energie jährlich durch Massnahmen gesenkt werden solle. «Bisher haben wir die Vorgaben jedes Jahr um einiges übertroffen. Dieses Jahr dürfte die Bilanz noch besser ausfallen, da wir diesen Sommer von Öl auf Fernwärme umgestiegen sind», so Musshafen. 

Auch die Maag-Halle setzt auf eine Lichttechnik, die auf LED basiert. Bei dem Musical «Sister Äct», das im Herbst aufgeführt werde, gebe es jedoch ein vorgegebenes Lichtkonzept, an dem keine Abstriche gemacht werden könnten. Man sei jedoch bestrebt, im Geschäftsalltag das Stromsparkonzept durchzusetzen, wie es auf Anfrage heisst. 

«Wäre schön, wenn ein Umdenken stattfinden würde»

Beim Wankdorf-Stadion, wo im Juni 2023 die deutsche Rockband Rammstein zwei Konzerte geben wird, hält man sich bei der Frage zum Energieverbrauch bedeckt. «Die Stromversorgung der Bühne wird bei einem Grosskonzert durch Generatoren des Veranstalters betrieben», heisst es auf Anfrage.

In puncto Nachhaltigkeit gibt es vor allem seitens der Künstler noch viel Luft nach oben, wie Thomas Dürr von Act Entertainment sagt. «Heute braucht es für das Material für Grosskonzerte zum Teil Dutzende von Trucks, die einmal quer durch die halbe Welt reisen. Dabei wäre in der Schweiz alles vorhanden, doch viele möchten das eigene Equipment dabeihaben», so Dürr. 

«Die nachhaltigsten Veranstaltungen sind meiner Ansicht nach die Open-Air-Festivals. Da wird eine Infrastruktur aufgebaut, die dann 30 bis 40 Bands nutzen.» Zudem seien lokale Dienstleister und Produkte involviert, was zur Nachhaltigkeit beitrage. «Es wäre schön, wenn in der Eventbranche ein Umdenken stattfinden würde. Die Künstler selbst können nämlich viel bewirken.» 

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