Hochwasser: «Sehr ernste Lage» - Tausende evakuiert
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Hochwasser«Sehr ernste Lage» - Tausende evakuiert

Die Lage in den Hochwassergebieten im Dreiländereck Deutschland, Polen, Tschechien spitzt sich weiter zu. In Polen ist ein Damm gebrochen, überall müssen Menschen ihre Wohnungen verlassen. Elf starben bisher.

Acht Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser ist Sachsen am Wochenende erneut von einer Rekordniederschläge und der Bruch einer Staumauer in Polen haben im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien Überschwemmungen ausgelöst, bei denen mindestens elf Menschen ums Leben kamen.

In Sachsen ertranken drei Senioren in einem Keller, in Polen starben drei Menschen in den Fluten der Neisse und in Tschechien fünf. Das teilten Behörden der drei Staaten am Sonntag mit.

Die Flüsse schwollen in kurzer Zeit so stark an, dass die Bewohner von den Wassermassen überrascht wurden. Grund waren Regenfälle mit Rekordmengen bis zu 160 Liter pro Quadratmeter binnen zwei Tagen und dem Bruch einer Staumauer in Polen. Im Kreis Görlitz herrscht Katastrophenalarm.

Im sächsischen Neukirchen waren am Samstag beim Auspumpen eines Kellers die Leichen von zwei Männern und einer Frau im Alter zwischen 63 und 74 Jahren gefunden worden. Sie hatten nach Polizeiangaben versucht, ihr Hab und Gut vor den eindringenden Wassermassen zu retten und waren ertrunken.

In Tschechien ertranken fünf Menschen Männer. Drei weitere Hochwassertote wurden in Polen gemeldet. Hubschrauber der deutschen Bundespolizei retteten fünf von Wassermassen eingeschlossene Menschen an der polnischen Grenze.

Erheblich verschärft hatte sich die Lage nach dem Bruch einer Staumauer am polnischen Fluss Witka bei Radmeritz. Der Pegel der Neisse in Görlitz erreichte am Sonntagvormittag mit 7,07 Metern einen Höchststand - normal sind 1,70 Meter.

Danach sank der Pegel allmählich wieder; am Sonntagabend lag er bei 6,47 Metern. Für die Spree in der Lausitz galt die höchste Hochwasserwarnstufe 4. Im Bereich der Elbzuflüsse kam es neben Hochwasser auch zu Erdrutschen. Der Scheitel der Flutwelle bewegte sich Richtung Norden. (sda/dapd)

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