Ehefrau Melania: Sei schön und schweig – so mag Trump die Frauen

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Ehefrau MelaniaSei schön und schweig – so mag Trump die Frauen

Seine dritte Ehefrau Melania entspricht haargenau jenem Frauentyp, mit dem sich Donald Trump gern umgibt. Die meisten anderen hasst er.

von
sut

Lange war Melania Trump, geborene Knauss, eine blosse Chiffre. Kaum jemand wusste etwas über die dritte Ehefrau des New Yorker Casino-Königs und TV-Stars, der im Rennen um die US-Präsidentschaft bei den Republikanern seit Monaten weit vorne liegt. Doch letzte Woche hat das «People»-Magazin in Interviews die Trump-Familie porträtiert.

Seither weiss Amerika, was der 69-Jährige an Frauen liebt: Jung müssen sie sein, schön und brav. Das fast ein Vierteljahrhundert jüngere, aus Slowenien stammende Ex-Model verkörpert Trumps Ideal einer gut aussehenden Frau, die nicht aufmuckt. «Er ist, wer er ist», sagt Melania über ihren Milliardärsgatten. «Wenn du ihm einen Rat gibst, wird er ihn vielleicht aufnehmen, doch dann handelt er doch so, wie er will.» Die 45-Jährige gibt sich philosophisch: «Man kann Menschen nicht verändern. Lasst sie sein, wie sie sind.»

Nichts am Hut mit Politik

Melania mischt sich nicht in Geschäfte oder Politik ein. «Mein Mann reist ständig», sagt sie, weshalb sie sich um ihren neunjährigen Sohn kümmere. «Barron braucht einen Elternteil, deshalb bin ich die ganze Zeit bei ihm.»

Die Entscheidung, sich aus dem Wahlkampf nach Möglichkeit herauszuhalten, findet der republikanische Umfrageexperte Frank Luntz klug. «Politik ist nicht ihre Welt», sagte Luntz der «New York Times». «Und wenn es nicht deine Welt ist, wirst du darin stolpern.»

«Nicht bitchy, einfach nett»

Freunde der Familie schätzen das bescheidene Naturell Melanias. «Frau Trump ist eine unterstützende Frau, eine grossartige Mutter und eine wunderbare Person», sagte Wendi Deng, Ex-Frau des Medienzaren Rupert Murdoch zur «Times». Der Moderedaktor Robert Janjigian urteilte: «Sie ist überhaupt nicht geschwätzig, nicht bitchy und einfach wirklich nett.»

Mit ihrem konservativen Rollenverständnis unterscheidet sich Melania Trump von all den Frauen, die ihr Gatte gern öffentlich niedermacht: Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly, die ihn in der ersten TV-Debatte herausforderte, die politische Rivalin Carly Fiorina oder die Schauspielerin Rosie O'Donnell, die Trump als «ekelerregend, innen wie aussen» bezeichnete.

Angelina Jolie – «keine Schönheit»

Passt Trump eine Frau nicht, wird sie zuerst als hässlich denunziert. Wie die Website «Jezebel» erwähnt, widerfuhr das sogar Angelina Jolie, als deren Entzweiung mit Vater John Voight dem Immobilienkrösus sauer aufstiess. «Alle glauben, sie sei eine grosse Schönheit», sagte Trump über Jolie. «Ich sage nicht, dass sie keine attraktive Frau ist, aber sie ist keine Schönheit, beim besten Willen nicht.»

Die offensichtliche Misogynie des republikanischen Umfrage-Primus hält immerhin Trumps Töchter nicht davon ab, bodenständig und selbstbewusst aufzutreten. Etwa Tiffany, 21, die sich in der Beurteilung ihres Vaters erfrischend nüchtern gibt. «Er ist klar», sagte die Soziologiestudentin zu «People». «Es ist angenehm, eine Rede nicht überanalysieren zu müssen, um herauszufinden, was gemeint war.»

Ivanka Trump, Tochter von Trumps erster Frau Ivana, wurde mitunter als die Bodenständigste der insgesamt fünf Trump-Sprösslinge bezeichnet. Die 33-Jährige ist sowohl zweifache Mutter als auch Vizepräsidentin im väterlichen Unternehmen. Zudem zählt sie Chelsea Clinton zu ihren engsten Freundinnen – ein Grund vielleicht, warum Donald Trump Hillary Clinton bisher auffällig geschont hat.

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