Aktualisiert 07.06.2012 19:33

Konflikt in Zürich«Seide passt ja überhaupt nicht zu Käse-Fondue»

Dem Besitzer einer Kleiderboutique in der Zürcher Altstadt stinkts. Das benachbarte Restaurant verjage ihm mit Openair Fondue die Kundschaft. Passanten rümpfen jedoch kaum die Nase.

von
pru

Die Nase im Wind: Was Passanten vom Fonduestreit halten. (Video: 20 Minuten Online)

Die Szene erinnert ein wenig an Asterix und Obelix. Wenn der Fischverkäufer Verleihnix seinen Fang raushängt, sorgt er damit bei Schmied Automatix für einen roten Kopf. Was der eine als frisch und schmackhaft empfindet, ist für den anderen faul und stinkig.

Am Limmatquai in Zürich herrscht derzeit eine ähnliche Situation. Der Besitzer der «Angelico»-Modeboutique, Roberto Angelico, hat laut einem Bericht des «Tages-Anzeigers» einen Strafbefehl gegen das Zunfthaus zur Zimmerleuten erwirkt. Der Geruch der unter freiem Himmel verzehrten Fondues, ziehe in sein Geschäft, verpeste die Kleider und vertreibe die Kundschaft. Angelico würde sich wünschen, dass erst nach Ladenschluss Fondue verkauft wird. Für derartige Forderungen zeigt Zunfthaus-Direktor Florian Kunzendorf kein Verständnis: «Seit sieben Jahren verkaufen wir das Käse-Fondue mit grossem Erfolg.» Beschwert habe sich bisher niemand.

«Käse ist ein penetranter Geschmack»

Das gilt auch die Besitzer der umliegenden Geschäfte. Je nach Lage liege zwar hie und da ein Fondue-Geruch in der Luft, stören täte dies aber nicht. Höchstens wenn er Hunger verursache. Auch die Fussgänger sehen es gelassen, zeigen aber Verständnis für den Ladenbesitzer. «Käse ist ein penetranter Geschmack...Ich kann verstehen, dass Kleider, Krawatten und Seide nicht zu Käse-Fondue passen», schätzt eine Passantin die Situation ein.

Was bei Verleihnix und Automatix meist nach einer heftigen Rauferei geklärt, wird in diesem Fall wohl nur ein Richter lösen können.

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