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SolothurnSeilziehen um Sesselbahn auf den Weissenstein

Der Widerstand gegen den Ersatz der historischen Sesselbahn auf den Solothurner Hausberg wächst. Die Gegner wollen die Sesselbahn der Seilbahn Weissenstein AG abkaufen und selber betreiben. Sie bitten auch Bundesrat Pascal Couchepin um Hilfe.

Für den Kauf wurde die Stiftung «Historische Seilbahn Weissenstein» gegründet, wie der Schweizer Heimatschutz (SHS) und der Verein Pro Sesseli am Dienstag an einer Medienkonferenz in Solothurn mitteilten. Hinter der Stiftung steht ein potenter Geldgeber.

Der Multimilliardär Hansjörg Wyss, Besitzer der Solothurner Medizinaltechnikfirma Synthes, hat der Stiftung einen «namhaften Betrag» versprochen, wie Stiftungspräsident Thomas Schmid sagte. Schmid will der Seilbahn Weissenstein AG ein Kaufangebot vorlegen.

Zugleich will der SHS um jeden Preis den geplanten Abriss der alten Sesselbahn Ende Jahr verhindern. SHS-Geschäftsführer Adrian Schmid rief Kulturminister Pascal Couchepin dazu auf, die Sesselbahn mit befristeten Massnahmen unter den Schutz des Bundes zu stellen.

Seilbahn Weissenstein AG winkt ab

Die Seilbahn Weissenstein AG hat bislang kein Kaufangebot erhalten, wie Rolf Studer, Vize-Präsident des Verwaltungsrates, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Sollte eines eintreffen, werde man dies zusammen mit den Aktionären prüfen.

Studer rechnet nach wie vor damit, dass ab November der Betrieb der Sesselbahn eingestellt wird und mit dem Bau der Gondelbahn begonnen werden kann. Die Chancen dazu seien gross, sagte Studer.

An der Medienkonferenz von SHS und Pro Sesseli wurde die Seilbahn Weissenstein AG auch als mögliche Betreiberin der Sesselbahn genannt. Die Stiftung will den Betrieb in eine Gesellschaft auslagern. Rolf Studer schloss diese Möglichkeit kategorisch aus.

Sesselbahn droht Stillstand

Der Sesselbahn droht unterdessen der Stillstand. Gegen den Richtplan des Kantons für den Weissenstein, der die Gondelbahn einschliesst, sind 46 Beschwerden von Privaten, Gemeinden und Verbänden hängig. Das könnte den Bau massiv verzögern.

Da die Seilbahn Weissenstein AG beim Bundesamt für Verkehr keine Verlängerung der Betriebsbewilligung beantragt hat, muss die Sesselbahn Ende Jahr abgestellt werden. Sowohl die Seilbahn Weissenstein wie auch Pro Sesseli und der SHS geben sich zuversichtlich. Ein Ende des Seilziehens ist nicht absehbar. (sda)

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