Aktualisiert 14.03.2013 14:38

Schweizer Katholiken«Sein Name wird Programm sein»

Die Freude über den neuen Papst ist auch bei der katholischen Kirche in der Schweiz gross. Es wird viel von Papst Franziskus erwartet: Von neuem Wind und Perspektivenwechsel ist die Rede.

von
D. Sutter

Der Name des neuen Papstes verspricht einiges, findet Edmund Arens, Theologieprofessor an der Uni Luzern.

Er ist der erste Papst aus Lateinamerika und der erste Jesuit auf dem Heiligen Stuhl: Die Erwartungen an Papst Franziskus sind auch bei den Schweizer Katholiken entsprechend hoch.

«Wir erwarten, dass der Name des neuen Papstes Programm sein wird: Der Heilige Franziskus hat sich freiwillig vom Reichtum ab- und der Armut hingewandt, was Programmwirkung für die Kirche haben kann», sagt Giuseppe Gracia, Sprecher des Bischofs Vitus Huonder.

Freiwilliger Verzicht auf barocken Überbau

Die Kirche sei heute milliardenschwer, was sich nicht mit dem Bild des Franziskus vereinbaren lasse. Vielmehr gehe es um eine Hinwendung zu den Armen, grössere Nähe zu den Menschen und einen freiwilligen Verzicht auf den barocken Überbau der Kirche. «Näher bei den Leuten heisst aber nicht, dass der neue Papst nun Kondome verteilen wird: In Sachen Sexualmoral ist der Jesuit aber knallhart und hat sich in der Vergangenheit bereits gegen Verhütung, Homo-Ehen und Abtreibung geäussert», so Gracia. «Ich glaube, die Kardinäle haben ihn und keinen Insider gewählt, damit Rom endlich aufgeräumt wird.»

Lateinamerikaner bringt neuen Wind nach Rom

Auch die Schweizer Bischofskonferenz setzt grosse Hoffnungen auf den neuen Papst: «Die Katholische Kirche wird einen Perspektivenwechsel erfahren: Mit Franziskus kommt ein Papst, der als Jesuit zwar mit der europäischen Kultur verbunden ist, aber als Argentinier eben aus der südlichen Hemisphäre kommt», sagt der Sprecher Walter Müller. Mit der Anknüpfung an die Tradition des Heiligen Franziskus werde in Rom ein neuer Wind wehen: «Einerseits wird die soziale Frage stärker in den Mittelpunkt rücken, andererseits ist seine Religiosität vom lateinischen Geist geprägt, er ist der Volksfrömmigkeit sehr nahe.»

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